Neue Verzögerung Griechische Regierung verpatzt Spar-Einigung

Eigentlich sollte das griechische Sparprogramm bereits seit vergangener Woche fertig sein - doch die Koalition in Athen kann sich einfach nicht einigen. Nun verlangen die linken Regierungsparteien offenbar wieder einen Aufschub der Kürzungen. Die Verhandlungen sind festgefahren.

Linken-Chef Kouvelis nach Koalitionstreffen: Gespräche vertagt
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Linken-Chef Kouvelis nach Koalitionstreffen: Gespräche vertagt


Athen - Im Kern sind sie sich einig: Griechenland muss sparen. Doch wo genau und wie schnell - darüber gibt es in der Athener Regierungskoalition offenbar immer wieder Streit. Am Montagabend konnten sich die Chefs der drei Regierungsparteien wieder nicht auf das angestrebte Sparprogramm von 11,5 Milliarden Euro einigen. Grund sind offenbar neue Differenzen über die Laufzeit des rund zwölf Milliarden Euro schweren Programms. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf parteinahe Kreise.

Sozialisten und die Demokratische Linke hätten in der Koalitionsrunde dafür plädiert, das unpopuläre Programm über vier statt über zwei Jahre zu strecken. Daher gingen die Gespräche in den kommenden Tagen weiter, sagte der Chef der gemäßigten Linken, Fotis Kouvelis. Es gebe aber in der Sache keine Meinungsverschiedenheiten. Die neuen Einsparungen sollen eine Staatspleite und das Ausscheiden aus der Euro-Zone verhindern.

Auf die wichtigsten Teile des Sparprogramms hatte sich die Regierung um Ministerpräsident Antonis Samaras bereits am Wochenende geeinigt. Laut griechischen Presseberichten sollen unter anderem Renten gekürzt und das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben werden.

Am Montag hätten eigentlich nur noch Details besprochen werden sollen, doch nun haben Sozialisten und Demokratische Linke offenbar die zeitliche Streckung der Maßnahmen wieder ins Gespräch gebracht. Samaras dagegen will zunächst die Kreditwürdigkeit des Landes wiederherstellen, ehe er sich um Konzessionen bemüht.

Die Bedingungen des Rettungspakets von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) sehen vor, dass die Kürzungen in den Jahren 2013/14 wirksam werden. Die Einsparungen sind Voraussetzung für die Auszahlung der vereinbarten Hilfen.

stk/Reuters

insgesamt 59 Beiträge
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matzi01 31.07.2012
1. Wie kommt es nur
das mich so eine Meldung weder vor 2 Jahren noch heute wundert? Weder vor 2 Jahren noch heute dürfte Deutschland für Griechische Schulden geradestehen!
Maya2003 31.07.2012
2.
Zitat von sysopAFPEigentlich sollte das griechische Sparprogramm bereits seit vergangener Woche fertig sein - doch die Koalition in Athen kann sich einfach nicht einigen. Nun verlangen die linken Regierungsparteien offenbar wieder einen Aufschub der Kürzungen. Die Verhandlungen sind festgefahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847302,00.html
Wo bleibt Junckers Lob für die "Bemühungen" der Griechen ?
iffel1 31.07.2012
3. Na, das bringts doch nicht !
Wie lange wollen sich die zahlenden EU-Mitglieder noch von den Griechen an der Nase hrumführen lassen ? Das ist doch mehr als durchschaubar ! Wenn die Troika nicht mehr Zeit gibt, dann nehmen sich die Griechen diese Zeit eben selbst, indem sie Entscheidungen vor sich her schieben - und das schon die letzten Jahre !
eindooferdeutschersteuerz 31.07.2012
4. Bitte nicht soviel Druck fuer die neue Regierungskoalition
Es kommt doch nun eine Banklizenz fuer den ESM, warum machen wir üblen Nordeuropäer den armen Griechen denn soviel Druck ... Geld ist doch künftig wieder genug da, das Füllhorn steht bereit. Unsere Rente ist bereits bei 67 vergezurrt, ggf. koennen wir Sie doch bei uns auf 70 anheben. Das waere auch noch eine weitere Alternative ... Sollte man mal bei Draghi & Co reinpitchen ...
SpieFo 31.07.2012
5. Jetzt muß es der Letzte docjkapieren:
Zitat von sysopAFPEigentlich sollte das griechische Sparprogramm bereits seit vergangener Woche fertig sein - doch die Koalition in Athen kann sich einfach nicht einigen. Nun verlangen die linken Regierungsparteien offenbar wieder einen Aufschub der Kürzungen. Die Verhandlungen sind festgefahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847302,00.html
Sie können es nicht und sie wollen es auch nicht. Also raus aus dem Euro. Wir Bürger haben die Schnautze gestrichen voll, wie unser Vermögen an die verschwendet werden soll! Wir werden deren Bockmist bezahlen müssen, wenn das so weitergeht. Auch hier reichts jetzt: Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rettungsfonds-esm-soll-banklizenz-bekommen-a-847283.html)
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