Regierungsbericht Krise kostet 300.000 Leiharbeiter den Job

Die Wirtschaftskrise trifft Leiharbeiter besonders hart. Laut Bundesregierung haben 300.000 Personen ihren Job verloren. Arbeitsministerin von der Leyen lobte das Instrument dennoch: Mit Hilfe der Zeitarbeit könnten Unternehmen flexibel auf Auftragsflauten reagieren.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen: "Flexibler auf Auftragsflauten reagieren"
DDP

Bundesarbeitsministerin von der Leyen: "Flexibler auf Auftragsflauten reagieren"


Berlin - Die Wirtschaftskrise hat knapp 300.000 Zeitarbeiter den Job gekostet. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes hervor, den das Kabinett am Mittwoch in Berlin billigte.

Der Bericht zeigt aber auch, dass die Zahl der Leiharbeiter vor Ausbruch der Krise stark zugenommen hatte. So gab es 2008 im Durchschnitt 760.000 Zeitarbeiter - und damit fast doppelt so viele wie 2004. Mitte 2008 beschäftigte fast jeder zweite Großbetrieb Leiharbeiter.

Der Bericht zeigt nach den Worten von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), "dass Zeitarbeit Brücken in Arbeit baut für Menschen, die sonst schlechte Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten". Die Unternehmen könnten damit flexibler auf Nachfragespitzen oder Auftragsflauten reagieren. Das Gesetz solle aber auch Zeitarbeiter schützen.

Mit Blick auf die Dumpinglohn-Vorwürfe gegen die Drogeriekette Schlecker bekräftigte die Ministerin, sie werde es "nicht zulassen, dass das grundsätzlich gute und sinnvolle Modell der Zeitarbeit durch Missbrauch in Verruf gebracht wird".

fro/dpa



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