Regierungsbericht US-Banken zahlten trotz Krise üppige Boni

Mit Hunderten Milliarden Euro musste die US-Regierung 2008 in Not geratene Banken retten. Dennoch erhielten Top-Manager zu Hochzeiten der Krise hohe Sonderzahlungen. Präsident Obama will nun Druck auf die Institute ausüben, das Geld zurückzuzahlen. Das dürfte aber kaum gelingen.

AIG: Der Versicherer schuldet den USA noch Geld, dennoch zahlte er in der Krise Boni
AP

AIG: Der Versicherer schuldet den USA noch Geld, dennoch zahlte er in der Krise Boni


Washington - Mehr als zwei Milliarden Dollar an Boni sollen die Spitzenmanager in der Krise kassiert haben - obwohl ihre Arbeitgeber, 17 US-Banken, gerade mit Staatsgeldern vor der Pleite bewahrt wurden. Der Geldsegen kam Ende 2008, also zu Hochzeiten der Bankenkrise, nach dem Crash von Lehman Brothers.

In einem Regierungsbericht, aus dem unter anderem die "New York Times" zitiert, ist von zwei Milliarden Euro Boni die Rede, die US-Banken ihren Mitarbeitern in dieser Zeit extra gezahlt haben. Mehr als die Hälfte der Zahlungen sei "ungerechtfertigt" gewesen, laut "New York Times" sogar 80 Prozent, also 1,6 Milliarden Dollar. Die Prämien seien nach "planlosen Kriterien" gezahlt worden, schreibt die Zeitung und beruft sich auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Unter den 17 Banken seien Wall-Street-Giganten wie die Citigroup Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen und der Versicherer AIG Chart zeigen.

Der "Bonus-Beauftragte" von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, will den Bericht am Freitag vorlegen. Darin bezeichnet er die Boni laut der US-Zeitung als "unklug", sie seien aber nicht gesetzeswidrig.

Es geht also um moralischen Druck, den die US-Regierung aufbauen will, um die Institute dazu zu bringen, das Geld zurückzuzahlen. Das dürfte allerdings vor allem aus einem Grund schwierig werden: 11 der 17 Banken, die in dem Bericht erwähnt werden, haben laut "New York Times" die Staatshilfen bereits mit Zinsen zurückgezahlt.

Zu den sechs Instituten, die dem Staat noch Geld schulden, gehören AIG und die Citigroup. Feinberg habe zudem eine Regelung gefordert, die es in einer künftigen Krise verbietet, Boni auszuschütten. Die Banken erklärten laut "New York Times", dies zu prüfen. Bislang habe aber kein Vorstand die Regel verabschiedet.

Laut der Zeitung wird nicht erwartet, dass Feinberg Namen von Bankern nennt, die besonders hohe Boni erhalten haben. Aber er werde die Summen nennen, die einzelne Institute gezahlt haben.

cte/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Wolfghar 23.07.2010
1. .
Das ist echtes Sommerloch. Zwei Jahre alte Nachrichten. Und auch der Spon hat damals ausführlich berichtet.
juerv1, 23.07.2010
2. .
Früher konnte man wenigstens noch eindeutig zwischen Bankräubern und Bankangestellten unterscheiden: Die einen standen auf der einen, die anderen auf der anderen Seite des Kassenschalters. Heute ist so eine Unterscheidung leider nicht mehr möglich. Aber die Zeiten ändern sich halt.
bmehrens 23.07.2010
3. Üppige Boni
Bereits Berthold Brecht stellte sich die Frage: Was ist schlimmer: Eine Bank zu gründen oder eine Bank auszurauben?
alexl1966, 23.07.2010
4. Alter Hut....
....das ist ja nun wirklich ein alte Kiste; aber solange die Regierungen dem völlig absurdem Mantra "too big to fail" anhängen, ist das für die Bonibanker doch der reinste Selbstbedienungsladen mit der staatlichen Garantie aufs Geld der Steuerzahler! Vielleicht sollte man das Ganze eher unter dem Aspekt betrachten, das man hier gutes Geld schlechtem hinterher wirft. Ein kleiner Trost ist höchstens der, dass der Staat nicht ewig gemolken werden kann. Irgendwann ist damit Schluß, dann kolabiert alles und alle gehen zurück auf Los!
Bernd Kuck 23.07.2010
5. *
Zitat von bmehrensBereits Berthold Brecht stellte sich die Frage: Was ist schlimmer: Eine Bank zu gründen oder eine Bank auszurauben?
Die Verbrecher sitzen heute in den Banken und rauben Ihre Kunden aus. Banken vergittern und die Türen zuschweißen ;-)
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