Reichtum-Studie 60.000 Euro jährlich reichen für vollendetes Glück

Geld macht glücklich - aber nur bis zu einem bestimmten Punkt: Die persönlich empfundene Lebensqualität steigt lediglich bis zu einem Jahresnettoeinkommen von knapp 60.000 Euro, haben US-Forscher herausgefunden. Wer mehr hat, empfindet demnach weder mehr Glück noch weniger Stress.
Luxusyacht vor der italienischen Küste: Reichtum ist keine Garantie für Glück

Luxusyacht vor der italienischen Küste: Reichtum ist keine Garantie für Glück

Foto: OLIVIER MORIN/ AFP

Washington - "Geld allein macht nicht glücklich" - an dieser Volksweisheit ist viel Wahres dran. Trotzdem spiegelt sie die Realität nur teilweise wider. Einer Studie der US-Universität Princeton zufolge gilt sie vornehmlich für jene, die bereits einen gewissen Lebensstandard erreicht haben. Danach erfahren Amerikaner erst ab einem Jahresnettoeinkommen von 75.000 Dollar (umgerechnet knapp 60.000 Euro) keine Steigerung ihres persönlichen Lebensglücks mehr.

Bis dahin aber macht jeder zusätzlich verdiente Dollar das Leben schöner. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und das emotionale Wohlbefinden steige zunächst konstant an, schreiben die Autoren. "Aber es gibt keinen weiteren Fortschritt nach einem Jahreseinkommen von rund 75.000 Dollar."

Auch nach dieser magischen Grenze, die einem monatlichen Nettoeinkommen von umgerechnet knapp 5000 Euro für einen Haushalt entspricht, schätzten zwar viele Menschen bei einer Einkommenssteigerung ihr Leben besser ein als zuvor. Sie empfänden dann aber trotzdem weder mehr Glück noch hätten sie weniger Stress.

Umgekehrt bestätigt die Studie aber auch den Zusammenhang zwischen geringem Einkommen und Unglück. "Ein geringes Einkommen verschärft den emotionalen Schmerz, der Unglücke wie Scheidung, Krankheit oder Einsamkeit begleitet", schreiben die Autoren, die Ökonomen Angus Deaton sowie der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2002, Daniel Kahnemann, in der Studie.

"Vielleicht sind 75.000 Dollar auch eine Schwelle, über der es den Menschen nicht mehr möglich ist, das zu tun, was für das emotionale Wohlbefinden am meisten zählt: Zeit mit der Familie verbringen, Krankheit und Schmerz vermeiden oder die freie Zeit genießen", schreiben die Forscher.

In den USA verfügt rund ein Drittel aller Haushalte über ein Jahreseinkommen von mehr als 75.000 Dollar. Für die Studie, die in erster Linie die Situation in den USA abbildet, zogen die Autoren rund 450.000 Antworten von US-Bürgern aus den Jahren 2008 und 2009 heran. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup befragt dabei täglich 1000 US-Bürger zur ihrem Wohlbefinden.

mik/AFP
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