Rekorddeal wegen Dollar-Skepsis Mexiko sichert sich Milliarden-Goldschatz

Es ist ein Warnsignal für die USA: Nach Russland und Indien wendet sich nun auch Mexiko vom Dollar ab - und investiert seine Devisenreserven in Gold. Die Zentralbank kaufte Edelmetall im Wert von 4,5 Milliarden Dollar. Es ist der größte Golddeal des Landes seit 40 Jahren.

Goldbarren: Mexiko flüchtet ins Edelmetall
REUTERS

Goldbarren: Mexiko flüchtet ins Edelmetall


London - Mexiko im Goldrausch: In nur zwei Monaten haben die Notenbanker des mittelamerikanischen Landes 93,3 Tonnen Gold geordert, berichtet die "Financial Times" am Donnerstag. Das entspricht einem Wert von 4,5 Milliarden Dollar und rund vier Prozent der gesamten Währungsreserven der mexikanischen Zentralbank.

Der Kauf ist der größte Mexikos in den vergangenen 40 Jahren. Dahinter steckt eine neue Strategie: Mexiko legt seine Devisenreserven breiter an - und verringert seine Dollaranlagen. Hintergrund ist die Schwäche der Leitwährung. Der Dollar Chart zeigen hat seit Januar gegenüber anderen wichtigen Währungen wie dem Euro Chart zeigen zehn Prozent an Wert verloren. Angesichts der gigantischen Schuldenprobleme der USA nähert sich die Leitwährung sogar einem Negativrekord.

In den vergangenen Jahren hatten bereits China, Russland und Indien massiv Gold eingekauft. Die Zentralbanken der Boom-Länder beendeten damit eine zwei Jahrzehnte lange Periode, in der sie das Edelmetall abstießen - und stattdessen auf ausländische Währungen und Staatsanleihen setzten.

Massiver Preisverfall bei Silber

Auch dank der Käufe der Zentralbanken hat der Goldpreis zuletzt die Marke von 1500 Dollar überschritten. Gehandelt wird das Edelmetall pro Feinunze, das sind rund 31 Gramm. Ein Goldbarren wiegt rund 12,4 Kilo und ist damit derzeit etwa 600.000 Dollar wert. Mexiko hat sich also eine Menge Gold gesichert, die etwa 7520 Barren entspricht.

Neben der Schwäche des Dollar sorgen auch die Inflation und weltweite Risiken für einen steigenden Goldpreis. Vor allem die Unruhen in der arabischen Welt und die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten treiben Investoren in die vermeintlich sichere Anlage Edelmetall.

Der Goldpreis hat sich in den vergangenen Jahren versechsfacht. Experten erwarten, dass er sogar bald über die Marke von 1600 Dollar steigen könnte. Doch sollte sich die Lage der Weltwirtschaft entspannen, kann der Preis auch wieder rapide fallen. Geschehen ist dies bereits beim Silber: Das "Gold des kleinen Mannes" verlor nach einem 31-Jahres-Hoch zuletzt 20 Prozent an Wert.

An den Finanzmärkten hat sich die Talfahrt des Silberpreises am Donnerstag fortgesetzt. Nachdem Silber erst vor einer Woche einen Rekordstand von 49,51 Dollar erreicht hatte, verlor das Edelmetall binnen Wochenfrist fast elf Dollar oder 22 Prozent. Am Donnerstag kostete eine Feinunze im Vormittagshandel 38,75 Dollar.

Experten führen den jüngsten Wertverlust vor allem darauf zurück, dass wichtige Börsen ihre Sicherheitsleistungen für Terminkontrakte zuletzt mehrfach und spürbar erhöht haben. Diese Zahlungen müssen Anleger als Sicherheit hinterlegen, wenn sie Silber auf Termin kaufen wollen. So hatte die New Yorker Warenterminbörse Comex erst am Mittwoch abermals eine Anhebung der Sicherheitsleistung für Silber-Kontrakte angekündigt.

"Damit wird die zu hinterlegende Sicherheitsleistung in rund zwei Wochen um 84 Prozent erhöht", schreibt die Commerzbank in einer Studie. Auch die chinesische Handelsplattform "Shanghai Gold Exchange" hat die Anforderungen unlängst erhöht. Der Aufschlag führt dazu, dass sich viele Anleger vom Silbermarkt zurückziehen.

cte/dpa



insgesamt 62 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hook_ 05.05.2011
1. Aufgewacht?
Zitat von sysopEs ist ein Warnsignal für die USA: Nach Russland und Indien wendet sich nun auch Mexiko*vom Dollar ab - und investiert*seine Devisenreserven in Gold. Die*Zentralbank*kaufte Edelmetall im Wert von 4,5 Milliarden Dollar. Es ist der größte*Golddeal des Landes seit*40 Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,760795,00.html
Aha, wachen da jetzt manche auf? So sicher ist die USA wohl doch nicht mehr. Lasst die FED ruhig noch einpaar Tonnen Papiergeld drucken, bald kann man sich damit den Allerwertesten säubern.
Progressor 05.05.2011
2. Warnsignal versus vernünftige Entwicklung
Das Horten von US-Dollar als Leit-/Reservewährung der meisten Zentralbanken auf der Welt hat den US-Dollar in Regionen erhoben die es den USA unmöglich macht eine ausgeglichene Handelsbilanz zu erhalten. Allein China hat in etwa 2 Billionen US-Dollar gehortet um gegenüber den USA einen unfairen Handelsvorteil zu erhalten. Europa hortet geschätzt nochmal eine Billion US-Dollar (die EZB gibt keine Auskunft darüber!). Im Hinblick auf das konstant hohe Aussenhandelsbilanzdefizit der USA ist damit eine Abkehr der Zentralbanken vom Dollar nur zu begrüßen. Der Dollar sackt weiter ab und kommt damit auf das Niveau wo er hingehört. Waren aus dem US-Raum werden billiger. Die Wirtschaft der USA wird angekurbelt.
A. Schulz 05.05.2011
3. Goldreserve Deutschlands
Zitat von sysopEs ist ein Warnsignal für die USA: Nach Russland und Indien wendet sich nun auch Mexiko*vom Dollar ab - und investiert*seine Devisenreserven in Gold. Die*Zentralbank*kaufte Edelmetall im Wert von 4,5 Milliarden Dollar. Es ist der größte*Golddeal des Landes seit*40 Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,760795,00.html
Es ist höchste Zeit, dass die deutschen Goldreserven aus Amerika abgeholt werden. Im Zuge des Zusammenbruchs der ehemaligen USA könnten unsere Goldbarren schlimmstenfalls verschwinden.
Fprester, 05.05.2011
4. Als Laie...
Zitat von sysopEs ist ein Warnsignal für die USA: Nach Russland und Indien wendet sich nun auch Mexiko*vom Dollar ab - und investiert*seine Devisenreserven in Gold. Die*Zentralbank*kaufte Edelmetall im Wert von 4,5 Milliarden Dollar. Es ist der größte*Golddeal des Landes seit*40 Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,760795,00.html
...habe ich schon vor 15 Jahren erkannt, dass man in echte Werte investieren muss. Ich habe damals Gold gekauft und mir eine goldene Nase verdient. Alle Facheue haben eine gegenteilige Meinung vertreten!
chagall1985 05.05.2011
5. Da hilft nur eins!
Die USA setzt sich strategisch dafür ein, dass privatpersonen weltweit kein Gold mehr besitzen dürfen. Anders lässt sich wohl die Illusion nicht mehr lange aufrecht erhalten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.