Soziale Gerechtigkeit DGB fordert höhere Renten

Die Bundesregierung will verhindern, dass das Niveau der Renten in Deutschland zu stark sinkt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat nach SPIEGEL-Informationen ein weit ambitionierteres Ziel.
Älteres Ehepaar (in Berlin)

Älteres Ehepaar (in Berlin)

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern, das gesetzliche Rentenniveau bis 2040 auf "etwa 50 Prozent" zu erhöhen. Das beschloss der DGB-Bundesvorstand nach SPIEGEL-Informationen am vergangenen Dienstag. Damit erhöhen die Gewerkschaften den Druck auf die Parteien im Bundestagswahlkampf. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Das Rentenniveau stellt die Relation zwischen der Höhe der Standardrente - 45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines Durchschnittsverdienstes - und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners dar.

Bislang hatte sich der DGB nur auf die Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus von 48 Prozent geeinigt, aber keine gemeinsame Zahl für die Zukunft genannt. Nach dem Rentenkonzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll das Niveau bis 2045 nicht unter 46 Prozent sinken. Als politisches Ziel nannte sie 48 Prozent. Nun verlangt der DGB, das Altersgeldniveau langfristig sogar anzuheben.

Nach Berechnungen der Prognos AG im Auftrag der Gewerkschaften würde der Beitragssatz dadurch auf bis zu 25 Prozent in den 2040er-Jahren steigen. Auch der Steuerzuschuss an die Rentenkasse müsste steigen. Deshalb fordern die Gewerkschaften, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Mütterrente oder die geplante Anpassung der Ostrenten künftig komplett aus der Staatskasse finanziert werden.

Bleibt es bei den bestehenden Regelungen, wird das Rentenniveau nach den Prognosen der Bundesregierung bis 2045 auf 41,6 Prozent sinken und der Beitragssatz von heute 18,7 Prozent auf 23,4 Prozent steigen.