Drohende Altersarmut Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro

Wer in Deutschland in den Ruhestand geht, der droht nach Angaben der Linken künftig immer öfter, in Armut abzurutschen. 48 Prozent der Rentner bekommen schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.
Rentner-Ehepaar (Archivbild)

Rentner-Ehepaar (Archivbild)

Foto: Ole Spata/ picture alliance / dpa

Fast jede zweite Altersrente in Deutschland liegt einem Medienbericht zufolge unter 800 Euro im Monat. Dies berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion.

Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.

Das Ministerium betonte, dass die Rentenhöhe für sich genommen nur eingeschränkt Hinweise auf die Einkommenssituation im Alter liefere. Grund dafür sei, dass weitere Einkommen nicht berücksichtigt würden - etwa die anderer Haushaltsmitglieder.

Die Zahlen beziehen sich dem Bericht zufolge auf Renten nach Sozialversicherungsbeiträgen, jedoch vor Abzug von Steuern. Daten für 2017 lagen demnach noch nicht vor.

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Die Linke äußert sich beunruhigt. "Die Zahlen zeigen, dass schon heute ein großer Teil gesetzliche Rentenbezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle und sogar unter der Grundsicherungsschwelle erhält", sagte Rentenexpertin Sabine Zimmermann.

Aktuell ist die Altersgruppe der Über-65-Jährigen allerdings noch unterdurchschnittlich von Armut betroffen. Das gilt insbesondere, wenn man als Maßstab heranzieht, wie hoch der Anteil derjenigen ist, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Die Grundsicherung ist von der Höhe her mit Hartz IV vergleichbar und deckt nur das Existenzminimum ab. 2015 lag dieser Anteil bei den Über-65-Jährigen bei 3,0 Prozent - während die Quote der Hartz-IV-Bezieher bei den Unter-65-Jährigen mit 9,3 Prozent mehr als dreimal so hoch war.

ssu/dpa-AFX

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