Regierungsbericht Immer mehr ältere Menschen arbeiten

Mit 60 in Rente - das gilt in Deutschland für immer weniger Menschen. Inzwischen ist nach SPIEGEL-Informationen hierzulande jeder zweite 60- bis 64-Jährige erwerbstätig. Im Jahr 2000 war es nur jeder fünfte.
Senior bei der Arbeit: Auch im Alter noch erwerbstätig

Senior bei der Arbeit: Auch im Alter noch erwerbstätig

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Hamburg - Die Zahl der älteren Erwerbstätigen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus dem neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervor.

Demnach waren im Jahr 2013 insgesamt 50 Prozent der 60- bis 64-jährigen Männer und Frauen erwerbstätig, das heißt sie gingen entweder selbstständig oder abhängig beschäftigt einer bezahlten Tätigkeit nach. Im zweiten Quartal des Jahres 2014 ist diese Quote bereits auf 52,6 Prozent gestiegen, schreibt die Regierung mit Verweis auf die europäische Statistikbehörde Eurostat. Im Jahr 2000 hatte der Wert noch bei 20 Prozent gelegen.

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Die Regierung geht in ihrem Bericht davon aus, dass "die Erwerbsbeteiligung Älterer auch in Zukunft weiter ansteigen wird". Auch das Renteneintrittsalter hat sich erhöht. Statt mit durchschnittlich 62,3 Jahren wie noch im Jahr 2000 verabschieden sich die Senioren heute mit 64,1 Jahren in den Ruhestand. Die Regierung führt das auch auf die Rente mit 67 zurück. Sie sei eine wichtige Maßnahme, um "die Erwerbstätigkeit der Älteren zu steigern, um damit einem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken", heißt es in dem Bericht.

Derzeit ist es um die Finanzlage der Rentenkasse noch gut bestellt. Zum Jahresende sollen die Rücklagen der Rentenversicherung bei rund 33,5 Milliarden Euro liegen. Im nächsten Jahr wird der Beitragssatz daher von derzeit 18,9 auf 18,7 Prozent des Bruttolohnes sinken.

Allerdings werden die Beitragssätze dem Bericht zufolge schon im Jahr 2019 wieder auf 19,1 Prozent steigen. Bis 2018 - dem letzten Prognosejahr des Papiers - klettern sie auf 21,4 Prozent. Ruheständler dagegen müssen künftig mit einer schmaleren gesetzlichen Versorgung auskommen.

Derzeit liegt das Rentenniveau bei 48,0 Prozent vor Steuern, bis 2028 wird es auf 44,4 Prozent sinken. Der Rückgang mache deutlich, "dass die gesetzliche Rente zukünftig allein nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen", heißt es in dem Bericht.

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