Vorzeitiger Ruhestand Schon 50.000 beantragen Rente mit 63

Die Generation 60 plus begeistert sich für die Rente mit 63. Bereits mehr als 50.000 Arbeitnehmer haben einen Antrag auf vorgezogenen Ruhestand gestellt.

Stahlarbeiter in Brandenburg (Archivbild): Zahlen der Regierung übererfüllt?
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Stahlarbeiter in Brandenburg (Archivbild): Zahlen der Regierung übererfüllt?


Berlin - Das Rentenpaket von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) entwickelt sich zum Renner. Gut 240.000 Beschäftigte werden die Rente mit 63 in den nächsten zwölf Monaten beantragen, lautete bislang die Prognose der Bundesregierung. Doch nun haben schon nach einer Woche mehr als 50.000 Bürger einen entsprechenden Antrag gestellt, meldete die Deutsche Rentenversicherung am Dienstag.

Daraus lasse sich zwar noch nicht ableiten, in welchem Umfang die Bürger am Ende von dem neuen vorgezogenen Ruhestand Gebrauch machen werden, heißt es aus der Behörde. Doch die Tendenz ist eindeutig: Die Zahl der Bürger, die sich in den kommenden Jahren vorzeitig aus dem Erwerbsleben verabschieden, wird deutlich steigen.

Etwa 180.000 Arbeitnehmer wären nach Regierungsprognosen im kommenden Jahr vorzeitig in den Ruhestand gegangen, wenn dafür nach bisherigem Recht Abschläge auf die Rentenhöhe fällig geworden wären. Künftig aber können Arbeitnehmer mit 63 Jahren - wenn sie 45 Jahre versichert waren - aus dem Erwerbsleben ausscheiden, ohne dass sie dafür große finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Entsprechend rechnet die Bundesregierung mit rund 60.000 Anträgen zusätzlich.

Bewahrheitet sich die Prognose, wird das den heute schon spürbaren Fachkräftemangel in der Wirtschaft verschärfen. Im vergangenen Jahr war die Zahl älterer Beschäftigter noch deutlich gestiegen, hatte die Bundesagentur für Arbeit kürzlich mitgeteilt. Im Jahr 2014, so schätzen Experten, wird der Zuwachs deutlich niedriger ausfallen.

msa/Reuters



insgesamt 109 Beiträge
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Zaphod 08.07.2014
1. Neueinstellungen
50.000 vorzeitige Rentner bedeuten 50.000 Neueinstellungen und somit eine Entlastung des Arbeitsmarktes. Die Rentner freuen sich über mehr Lebensqualität, die neu Eingestellten über einen Job. Warum also das ganze Gejammere über diese Rentenregelung? Sie ist fair und gerecht! Mögen die jungen Rentner ihre Freizeit nun genießen und für sie erfüllend nutzen!
Phil2302 08.07.2014
2.
Liebe SPD, das ist der Grund, warum ich euch niemals wählen werde. Wer soll das bezahlen? Noch mehr Menschen, die Rente beziehen, noch weniger, die in die Rentenkasse einzahlen. Ich weiß nicht wo das enden soll. Mir graut es!
emem2000 08.07.2014
3. Tja, so ist sie halt...
...unsere SPD: Realitätsfern und ideologienah! Aber Hauptsache, nicht "hysterisch" werden... Jetzt noch den Mindestlohn durchsetzen und parallel dazu den Wert der Arbeit durch weitere Freihandelsabkommen senken, hört sich echt klasse an...
pirx64 08.07.2014
4. Ps4
Tja, dann kann die Playstation Generation mal zeigen was sie drauf hat. Hatte sie doch immer gejammert die Alten würden nicht Platz machen
dapmr75 08.07.2014
5. Ist das ein Erfolg, den es zu feiern gilt?
Stark steigende Frühverrentung auf Kosten der jüngeren Generationen, die die Kosten tragen werden; wie kann man nur so verbohrt sein und das als Erfolg werten? Wir leben im 21. Jahrhundert und werden von Menschen regiert, die die überholten Rezepte und Erkenntnisse des 19. Jahrhunderts anwenden und gleichzeitig von sozialer Gerechtigkeit reden. Hier ist wie so oft Schilda im Geiste nicht weit entfernt von der IQ-befreiten Regierung in Berlin.
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