Rente Rekordzahl an Senioren verbringt Lebensabend im Ausland

Immer mehr deutsche Rentner beziehen einen Alterssitz im Ausland. Rund 240.000 Menschen erhalten ihre Rente an ihrem ausländischen Wohnsitz - beliebt sind Staaten mit günstigen Lebenshaltungskosten.

Ausblick auf Palmen: Immer mehr Rentner suchen sich ihren Alterssitz im Ausland
Peter Noyce/ imageBROKER/ picture alliance

Ausblick auf Palmen: Immer mehr Rentner suchen sich ihren Alterssitz im Ausland


Noch nie haben so viele Deutsche ihren Lebensabend im Ausland verbracht. Die Rentenversicherung hat zuletzt rund 240.000 Renten an Senioren mit ausländischem Wohnsitz überwiesen. "Dies ist ein neuer Rekord", sagte Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV).

"Allein in den letzten zehn Jahren sind rund 50.000 Auslandszahlungen hinzugekommen", so Manthey. Insgesamt werden rund 22,9 Millionen Renten an deutsche Senioren gezahlt.

Unter den häufigsten Zielen sind Österreich, die Schweiz, Spanien, die USA und Australien. Zunehmend beliebt sind laut Statistik der Rentenversicherung die bei den Lebenshaltungskosten vergleichsweise günstigen Staaten Südosteuropas. Dort hat sich die Zahl der deutschen Rentner binnen zehn Jahren auf mehr als 10.000 verdoppelt.

Ein Lebensabend in der Südsee bleibt trotzdem exotisch. Auf den kleinen Trauminseln im Pazifik wie Fidschi, Tonga und Samoa leben weniger als 50 deutsche Rentner.

Was müssen im Ausland lebende Senioren beachten?

"Seine Altersrente im Ausland zu beziehen, ist in aller Regel jederzeit problemlos möglich. Die DRV überweist die Rente weltweit", sagt Manthey. Grundsätzlich wird laut DRV das Geld auch dann in voller Höhe ausgezahlt, wenn der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird. Damit die Rente auch an Auswanderer gezahlt wird, gibt es jedoch einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen.

Wer eine Erwerbsminderungsrente bekommt oder Rentenansprüche nach dem Fremdrentengesetz hat, muss allerdings je nach neuem Wohnort mit Kürzungen rechnen.

Kein Problem ist dagegen, wenn es kein deutsches Konto mehr gibt: Die Rentenversicherung überweist auch auf Konten im Ausland. Bei Überweisungen in Fremdwährungen kann aber der Kurs schwanken und einige Banken erheben Gebühren. Dafür bekommen die Empfänger keinen Ersatz.

Rentner, die im Ausland leben, müssen einmal im Jahr nachweisen, dass sie noch leben und deshalb ihre Rente beziehen können. Die Rentenversicherung sendet dafür per Post ein Formular zu, das ausgefüllt zurückgesendet werden muss.

Kommt diese sogenannte Lebensbescheinigung nicht zeitnah in Deutschland an, wird die Rentenzahlung unterbrochen. Mit einigen Ländern gleicht die Deutsche Rentenversicherung allerdings bereits elektronisch die Sterbedaten ab.

Die Rentenversicherung muss stets die aktuelle Anschrift der Senioren kennen. Auswanderer sollten diese schriftlich und mit der Versicherungsnummer mitteilen. Damit die Umstellung nahtlos klappt, sollten sie die Versicherung etwa zwei Monate vor dem Umzug informieren, empfiehlt die DRV in einer Online-Broschüre.

Im Video: Neue Heimat Bulgarien

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cop/dpa

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