Erwerbstätige Senioren 1,4 Millionen Rentner arbeiten im Alter

Immer mehr Senioren arbeiten nach SPIEGEL-Informationen weiter - obwohl sie die Regelaltersgrenze erreicht haben. Manche wollen, viele müssen.
Demonstranten

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Foto: imago

Rund 1,42 Millionen Rentner gingen im Jahr 2016 in Deutschland einer Beschäftigung nach. Im Jahr 2000 hatte ihre Zahl noch bei 539.000 gelegen. Diese Daten gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor.

Demnach ergaben Stichproben des Statistischen Bundesamtes, dass 47,5 Prozent der erwerbstätigen Rentner in einem Minijob arbeiten. Als Selbstständige waren 24,8 Prozent der arbeitenden Rentner tätig.

Gründe für die Erwerbstätigkeit nennt die Auswertung nicht. Andere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ein großer Teil der Senioren mit seiner Beschäftigung die gesetzliche Rente aufbessern will - vor allem Frauen, die weitaus häufiger als männliche Rentner in einem Minijob arbeiten. Andere Betroffene arbeiten freiwillig weiter - aus Freude an ihrer Tätigkeit. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Erstaunlich ist, dass die sogenannte Teilrente nur wenig genutzt wird, wie eine Sonderauswertung der Rentenstatistik zeigt. Im Jahr 2016 wählten lediglich 2677 Personen diese Möglichkeit, schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze einen Teil der Rente zu beziehen und gleichzeitig in Teilzeit zu arbeiten. Die Regelung soll einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen.

"Der Wechsel vom Erwerbsleben in den Ruhestand ist keineswegs so geregelt, dass alle Beschäftigten zurechtkommen", sagt Grünen-Rentenexperte Markus Kurth. "Hier muss der Gesetzgeber unbedingt noch einmal tätig werden."

Im Jahr 2017 hatte die Bundesregierung erste Maßnahmen eingeführt, um den Renteneintritt flexibler zu machen und mehr Möglichkeiten zu schaffen, auch über die Regelaltersgrenze hinaus zu arbeiten.

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