Prognose Rente dürfte 2020 um mehr als drei Prozent steigen

Rentner in Deutschland können im kommenden Jahr erneut mit steigenden Bezügen rechnen. Die Ostrenten sollen den Westrenten weiter angeglichen werden.

Rentner bei einem Ausflug: Bis 2033 sollen die Altersbezüge um insgesamt rund 36,4 Prozent steigen
imago images / Rust

Rentner bei einem Ausflug: Bis 2033 sollen die Altersbezüge um insgesamt rund 36,4 Prozent steigen


Rund 21 Millionen Rentner erhalten einer Prognose zufolge auch im kommenden Jahr mehr Geld. Zum 1. Juli 2020 dürften die Renten in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen. Das geht aus einem Entwurf für den Rentenversicherungsbericht 2019 hervor.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, dürfte sich dadurch um 31,50 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,20 Euro. Es handelt sich bei den Angaben um Schätzungen zum jetzigen Zeitpunkt. Die exakten Werte für die Berechnung der Rentenerhöhung liegen erst im Frühjahr 2020 vor.

Demnach dürfte sich die Erhöhung auf dem Niveau dieses Jahres bewegen. Im Juli hatten die Renten im Westen um 3,18 Prozent, im Osten um 3,91 Prozent zugelegt. Die Rentenerhöhung folgt vor allem der Lohnentwicklung, die ihre Basis in der konjunkturellen Lage hat. Auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern spielen eine Rolle.

Im Schnitt 2,2 Prozent mehr Rente pro Jahr bis 2033

Wegen eines statistischen Sondereffekts hätten die Renten eigentlich 2020 besonders stark und dafür 2021 nur gering steigen sollen - das Bundesarbeitsministerium will aber mit einer neuen Berechnungsformel gegensteuern. Dass die Annahmen zur Rentensteigerung am Tag nach der Einigung der Koalition zur Grundrente bekannt wurden, ist Zufall. Die Vorausberechnungen werden jedes Jahr um diese Zeit fertiggestellt.

Insgesamt sollen die Renten laut dem Entwurf für den Rentenversicherungsbericht vom kommenden Jahr an bis 2033 um insgesamt rund 36,4 Prozent steigen. "Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von rund 2,2 Prozent pro Jahr", heißt es in dem Papier.

Das Sicherungsniveau, das das Verhältnis von Renten zu Löhnen zeigt, beträgt derzeit 48,2 Prozent. Gesetzlich ist ein Absinken des Rentenniveaus unter 48 Prozent bis 2025 ausgeschlossen. Längerfristig sinkt das Rentenniveau laut dem Bericht aber voraussichtlich auf 45,7 Prozent im Jahr 2030 und schließlich bis auf 44,5 Prozent im Jahr 2033.

Zusätzliche Vorsorge nötig

Zentral für die Altersversorgung werde zwar die gesetzliche Rente bleiben, hieß es in dem Papier. Doch reiche sie künftig alleine nicht aus, um den Lebensstandard während des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. Dazu sei zusätzliche Vorsorge nötig.

Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden Jahren in Rente gehen, kommen weniger Beitragszahler auf mehr Rentner. Der Beitragssatz von 18,6 Prozent dürfte bis 2024 stabil bleiben. Bis 2025 darf er laut Gesetz nicht über 20 Prozent steigen. Der Beitragssatz soll im Jahr 2025 auf 19,8 Prozent steigen - im Jahr 2030 dann aber auf 21,3 Prozent. 2033 soll er bei voraussichtlich 21,9 Prozent liegen.

Nach der im Grundsatz von der Koalition an diesem Sonntag beschlossenen Grundrente sind weitere Rentenreformen der Regierung angekündigt. So soll eine Rentenkommission im kommenden Jahr ihre Überlegungen vorlegen, was für die Rente längerfristig getan werden kann. Absehbar sind Debatten, ob neue Steuermilliarden ins System gepumpt werden sollen, ob das Sicherungsniveau der Rente sinkt oder ob die Menschen tendenziell länger arbeiten müssen.

kko/dpa

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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
Freidenker10 11.11.2019
1.
Ist doch gut, so haben auch zukünftige Rentner was davon! Aber es wäre auch gut mal eine soziale Komponente einzuführen denn jemand mit 4000 Euro Rente oder Pension braucht keine Erhöhung, dann lieber den unteren Renten mehr geben! Das gleiche mit dem Kindergeld. Eine Familie mit 100.000 Euro im Jahr braucht kein Kindergeld, auch hier könnte man den unteren Lohngruppen mehr zuführen!
fin2010 11.11.2019
2. alter Hut:
"reicht künftig nicht aus", d.h. man muss für weitere Einkommensquellen im Alter sorgen. Wissen wir bereits seit Blümchens "Die Rentä is sischa". Und spätestens seit 2005 auch in Gesetzesform. Und dennoch das ständige Gejammer der Sozailindustrie.
echtermünchner 11.11.2019
3. Rente
Ich bin unter 40, studiere nebenbei seit paar Jahren, und habe einige hunderttausend Euro im Börsendepot, die mir seit paar Jahren zwischen 4% und 8% abwerfen. Die Rendite lege ich mit meinen Dividenden wiederan, so dass der Schnellball immer größer wird. Auf meine derzeitige Rente von unter 100 Euro ist kein Verlass.
bernhardlang 11.11.2019
4. Nun vor 3 Monaten war der Anstieg noch über 5%
laut vorhandener Rentenformel .Man hat ja damals schon geschrieben da müßte man ja was ändern. Gratulation Operation gelungen
kuac 11.11.2019
5.
Zitat von echtermünchnerIch bin unter 40, studiere nebenbei seit paar Jahren, und habe einige hunderttausend Euro im Börsendepot, die mir seit paar Jahren zwischen 4% und 8% abwerfen. Die Rendite lege ich mit meinen Dividenden wiederan, so dass der Schnellball immer größer wird. Auf meine derzeitige Rente von unter 100 Euro ist kein Verlass.
Glückwunsch. Wie machen Sie das, was die allermeisten Fondsmanager nicht schaffen?
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