Vorschlag für Grundrente 100 Euro mehr für Geringverdiener

Im Koalitionsvertrag haben SPD und Union vereinbart, Geringverdiener bei der Rente besserzustellen. Arbeitsminister Heil hat einem Medienbericht zufolge nun erklärt, wie das funktionieren soll.

Hubertus Heil (Archivbild)
DPA

Hubertus Heil (Archivbild)


Niedrigverdiener, die viele Jahre Rentenbeiträge gezahlt haben, sollen künftig eine Grundrente bekommen - so ist es im Koalitionsvertrag verankert. Arbeitsminister Hubertus Heil hat nun offenbar ein Konzept vorgestellt, wie die Grundrente konkret aussehen könnte: Demnach sollen Arbeitnehmer, die mindestens 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, etwa hundert Euro mehr Rente im Monat bekommen.

Sein Vorhaben habe Heil in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Länder, der Sozialpartner und der Rentenversicherung vorgeschlagen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ"). Heil spreche von einer "Respekt-Rente".

Hintergrund ist, dass Geringverdiener, die lange gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt haben, häufig nicht einmal eine Rente in Höhe der staatlichen Grundsicherung erreichen. Der Staat stockt den Rentenbetrag in diesen Fällen auf den Betrag der Grundsicherung auf, die auch Menschen beziehen, die nie gearbeitet haben. Die Grundsicherung richtet sich nach den Sätzen für Hartz IV und beträgt für einen alleinstehenden Erwachsenen derzeit 424 Euro zuzüglich Wohnkosten.

Finanzierung der Grundrente noch unklar

Mit der Grundrente sollen die langjährigen Rentenbeitragszahler in Zukunft einen Aufschlag auf die Grundsicherung bekommen. Der Koalitionsvertrag sieht für diese Gruppe eine Rente vor, die zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs liegt. Der "FAZ" zufolge plant Heil jedoch einen Aufschlag von 25 Prozent, so errechnet sich der Betrag von etwa hundert Euro mehr für Kleinrentner.

Der Koalitionsvertrag lässt offen, ob die Grundrente aus Steuermitteln oder aus der Rentenkasse bezahlt wird. Heil plane, sie aus Steuern zu finanzieren, schreibt die "FAZ". Das Ministerium rechne mit 130.000 Anspruchsberechtigten und Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro.

Das Arbeitsministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. Auf Nachfrage hieß es, der Minister werde seine Vorschläge zum Thema Grundrente demnächst vorstellen.

kko



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