Mehr als drei Prozent Bundeskabinett beschließt Rentenerhöhung

Der Sozialminister spricht von einer "außerordentlich erfreulichen Entwicklung": In Deutschland steigen die Renten zum 1. Juli deutlich. Aber Unterschiede zwischen Ost und West bleiben.

Senioren warten vor Beginn der 29. OstseeMesse in Rostock (Symbolbild)
Bernd Wüstneck/dpa

Senioren warten vor Beginn der 29. OstseeMesse in Rostock (Symbolbild)


Nun ist es auch formal auf den Weg gebracht: Die Renten steigen im Sommer spürbar. In Westdeutschland legen sie zum 1. Juli um 3,18 Prozent zu, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Das Bundeskabinett billigte eine entsprechende Verordnung des Sozialministeriums. Dieses hatte die Höhe der Steigerung bereits Ende März bekanntgegeben.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 31,80 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Sozialminister Hubertus Heil sprach von einer "außerordentlich erfreulichen Entwicklung bei den Renten".

Zugleich nähern sich die Ostrenten weiter an die Westbezüge an. Der Rentenwert im Osten steigt auf 96,5 Prozent des Westwerts. Bis zum Jahr 2024 steigt er aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise auf 100 Prozent. Der Rentenwert gibt konkret in Euro an, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist. Ein Entgeltpunkt wird anhand einer komplizierten Formel berechnet und ist maßgeblich für die Höhe der Rente.

Das Rentenniveau steigt leicht auf 48,16 Prozent an. Es gibt als Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn Auskunft über die Absicherungskraft der Rente. Die einem Automatismus folgende Rentenerhöhung rührt vor allem von der positiven Lohnentwicklung her.

bam/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
hexenbesen.65 30.04.2019
1.
mal gespannt, wann das erste Mimimi "die Jungen müssen wieder zahlen" kommt... (dabei vergessen die, dass die jetzige Erhöhung für sie später auch dazu zählt..dh, ihre zukünftige Höhe der Rente wird jetzt schon steigen) Mich freut es für die Rentner (meine Mutter bekommt noch nicht mal 800 Euro Rente...und da sind die 3 Kinder schon eingerechnet plus Witwenrente des Mannes )
phantasierender... 30.04.2019
2. klar war doch absehbar
schließlich werden die Rentner (und damit eine bestimmte Wählergruppe) immer mehr ;-)
MarkInTosh 30.04.2019
3.
Man merkt ganz klar: Es nahen diverse Wahlen. P.S.: Mit höheren Renten steigen auch die Steuereinnahmen. Durch das seltsame deutsche Steuerrecht können Rentensteigerungen sogar dazu führen, dass die Steuern darauf die Erhöhung einfach auffrisst.
qjhg 30.04.2019
4. Wie oft will man nun noch erklären,
dass die Renten erhöht werden. Die Rentenerhöhung ist kein Verdienst der Regierung noch der darin vertretenen Parteien. Es ist das Recht der Rentner auf Besitzstandswahrung, dass sie sich durch ihre Arbeit und ihre Beiträge und derjenigen ihrer jeweiligen Arbeitgeber verdient haben!
paraibu 30.04.2019
5. Demograpisches Risiko zu Lasten der Jungen
Egal, welche "Ansprüche" auf dem Papier erworben werden - wenn die jetzt Jungen selber mal alt sind, wird es absehbar nicht mehr genug Beitragzahler geben. Ein Schneeballsystem. Man kann der nächsten Generation eigentlich nur raten, sich durch eine gute Ausbildung fit für's den weltweiten Arbeitsmarkt zu machen und die Alten sich selbst zu überlassen.
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