Nachhaltigkeitsrücklage Rentenkasse überrascht mit hohen Reserven

Die Rentenkassen haben zu Jahresbeginn eine gute Nachricht: Die Reserven sind trotz der hohen Ausgaben für die Mütterrente deutlich größer als von Experten erwartet. Das Geld dürfte dringend nötig werden.
Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Hannover

Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Hannover

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung ist besser als angenommen. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Bundesversicherungsamtes berichtet, war die Reserve der Rentenkasse Ende 2017 deutlich besser gefüllt als am Jahresanfang erwartet. Demnach betrug die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage Ende Dezember 33,42 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung hatte Anfang 2017 noch damit gerechnet, dass die Rücklage auf rund 30,6 Milliarden Euro schrumpfen würde. Tatsächlich sei die Rücklage trotz der Milliarden-Mehrausgaben für die Mütterrente und die Rente mit 63 sogar im Vergleich zum Vorjahresergebnis gestiegen. Ende 2016 hatte sie bei 32,38 Milliarden Euro gelegen.

Das Geld könnten die Versicherer noch gut gebrauchen, wenn die Große Koalition zustande kommen sollte. Denn das Rentenniveau soll nach dem Wunsch der SPD auch 2025 noch 48 Prozent betragen. Nach Kalkulation des Freiburger Ökonomen Bernd Raffelhüschen könnte aber allein diese Zusicherung rund 48 Milliarden Euro kosten, denn durch vorgezogene Ruhestände und einer insgesamt geringeren Anzahl an Beschäftigten würden wichtige Beitragseinnahmen fehlen. Kritisch werde es, wenn schließlich 2025 die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gingen. Dann könnte das Rentenniveau ohne Korrekturen bis 2040 auf 40 Prozent fallen.

mik/dpa-AFX
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