Prognose für 2014 Rentenversicherer sieht Spielraum für Beitragssenkung

Die Rentenkassen sind gut gefüllt, es gibt Spielraum für eine Beitragssenkung. Die könnte laut einer Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 0,6 Prozentpunkte betragen, Bürger hätten rund 90 Euro mehr in der Tasche. Doch erst muss die Politik zustimmen.

Wandernde Rentner: Dritte Senkung in Folge?
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Wandernde Rentner: Dritte Senkung in Folge?


Würzburg - Im kommenden Jahr könnte der Beitragssatz zur Rentenversicherung von 18,9 auf 18,3 Prozent sinken. Das ergibt sich aus Vorausberechnungen, die die Deutsche Rentenversicherung am Dienstag in Würzburg bekanntgab. Es wäre die dritte Senkung in Folge.

Eine Senkung um 0,6 Prozentpunkte würde die Beitragszahler - also Arbeitnehmer und Arbeitgeber - um zusammen etwa sechs Milliarden Euro im Jahr entlasten. Ein Durchschnittsverdiener hätte damit im Jahr etwa 90 Euro mehr in der Tasche.

Die Verringerung muss aber erst von der alten oder neuen Bundesregierung beschlossen werden. Ob es dazu kommt, ist offen. In Union und SPD gibt es Widerstände, da ein solcher Schritt für die Rentenkasse Mindereinnahmen in der Größenordnung von 7,4 Milliarden Euro mit sich bringen würde.

Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß sagte der "Bild"-Zeitung: "Vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen macht es wenig Sinn, den Beitrag zu senken, weil wir dabei über Zusatzleistungen reden, die die Rentenkasse belasten." Union und SPD wollen die Altersarmut durch eine Lebensleistungs- oder Solidarrente in Höhe von 850 Euro bekämpfen. Umstritten ist aber, ob dies zumindest teilweise aus Beitrags- oder aus Steuermitteln finanziert werden soll.

Die Union hatte im Wahlkampf zudem eine Mütterrente versprochen. Die Kosten dafür werden auf 6,5 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Dies entspräche 0,7 Beitrags-Prozentpunkten. Die Union favorisiert eine Finanzierung aus den Überschüssen in der Rentenkasse.

Zentrale Forderung der SPD ist die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren. Dafür werden die Kosten auf über fünf Milliarden Euro geschätzt. Die SPD will dies im Wesentlichen durch Beiträge finanzieren.

Der Rentenbeitragssatz, der auf das Bruttoeinkommen erhoben wird, lag 2011 noch bei 19,9 Prozent. Er wurde dann schrittweise auf 19,6 und 18,9 Prozent zurückgenommen.

Die Renten selbst könnten im kommenden Jahr um bis zu 2,5 Prozent steigen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel. Er bezog sich dabei auf eine Prognose der Bundesregierung von Ende 2012, die auch derzeit noch "sehr realistisch" erscheine.

dab/AFP/dpa



insgesamt 127 Beiträge
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Seite 1
juergw. 29.10.2013
1. Wie bitte ??
Zitat von sysopDPADie Rentenkassen sind gut gefüllt, es gibt Spielraum für eine Beitragssenkung. Die könnte laut einer Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 0,6 Prozentpunkte betragen, Bürger hätten rund 90 Euro mehr in der Tasche. Doch erst muss die Politik zustimmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rentenversicherung-rechnet-mit-erneuter-beitragssenkung-a-930623.html
man sollte lieber die Renten deutlicher erhöhen.Die 0,25% diese Jahr als Rentenerhöhung West wahr doch ein Witz.Man sollte lieber ausreichend Rücklagen schaffen.
TS_Alien 29.10.2013
2. .
2014 wird es Steuererhöhungen geben, z.B. die Mehrwertsteuer. Mal sehen, welcher Politiker diese Beitragssenkung bei der Rente als Entlastung bezeichnen wird. Entlastet wird kein Normalbürger mehr in Deutschland. Nie wieder.
gregoriusxix 29.10.2013
3. wow
7,5 EUR mtl. mehr. Aber nur als durchschnittsverdiener. Sonst 5 EUR oder 3 EUR. Und dafür muss der Beitrag dann in 5 Jahren, wenn die demographischen Auswirkungen immer deutlicher werden, um 3 % steigen oder wie? Sollten hier nicht lieber Rücklagen gebildet werden? Immerhin muss die dt. Rentenversicherung immernoch erheblich vom Bund bezuschusst werden.
karlemann1, 29.10.2013
4. Das
Zitat von sysopDPADie Rentenkassen sind gut gefüllt, es gibt Spielraum für eine Beitragssenkung. Die könnte laut einer Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 0,6 Prozentpunkte betragen, Bürger hätten rund 90 Euro mehr in der Tasche. Doch erst muss die Politik zustimmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rentenversicherung-rechnet-mit-erneuter-beitragssenkung-a-930623.html
glaube ich gern nachdem man die Westrentner mit o,25 % abgespeist hat.
radamriese 29.10.2013
5. und warum??Für jeden Einzelnen ist es ein Kleckerbetrag
Zitat von sysopDPADie Rentenkassen sind gut gefüllt, es gibt Spielraum für eine Beitragssenkung. Die könnte laut einer Schätzung der Deutschen Rentenversicherung 0,6 Prozentpunkte betragen, Bürger hätten rund 90 Euro mehr in der Tasche. Doch erst muss die Politik zustimmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rentenversicherung-rechnet-mit-erneuter-beitragssenkung-a-930623.html
dann lieber höhere REnten, oder nach 45 Jahren ohne Absenkung
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