Nach Nullrunde im laufenden Jahr Chefin der Rentenversicherung erwartet deutlich höhere Renten für 2022

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können nach Einschätzung von Gundula Roßbach im kommenden Jahr eine »ordentliche« Erhöhung ihrer Bezüge erwarten. Endgültige Klarheit soll es im kommenden Frühjahr geben.
Drei ältere Urlauber ruhen sich auf einer Bank an der Seebrücke in Prerow aus

Drei ältere Urlauber ruhen sich auf einer Bank an der Seebrücke in Prerow aus

Foto: Jens Büttner / dpa

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich nach einer Nullrunde 2021 im nächsten Jahr wieder auf eine Erhöhung ihrer Altersbezüge einstellen. »Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden«, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wie viel mehr es sein werde, wisse man jedoch erst im nächsten Frühjahr, denn man müsse die Lohnentwicklung im gesamten Jahr 2021 betrachten. Derzeit lasse sich noch nicht abschätzen, wie sich die vierte Coronawelle auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirke.

Die gesetzliche Rentenversicherung sei jedoch, was die Einnahmen angehe, bisher stabil durch die Coronakrise gekommen. Ein Grund dafür sei, dass die Rentenversicherung in der Pandemie auch auf Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Krankengeld Rentenbeitragszahlungen erhalte.

Große Diskrepanz zwischen Renten und Beamtenpensionen

82 Prozent der gesetzlichen Renten belaufen sich auf weniger als 1500 Euro. Dagegen liegen 95,1 Prozent der Pensionen von Bundesbeamten über 1500 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

»Wenn 82 Prozent aller Renten unter 1500 Euro liegen, dann gibt es ein gewaltiges Problem«, sagte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, dem RND. Auf diese Weise schwinde das Vertrauen in die gesetzliche Rente. »Das Gefälle zu den Beamtenpensionen zeigt eine Zweiklassengesellschaft.«

Bartsch forderte eine »große Rentenreform« nach dem Vorbild Österreichs. »Dort zahlen alle Bürger ein, auch Beamte, Selbstständige und Politiker.« Die Renten im Nachbarland seien im Durchschnitt 800 Euro höher als in Deutschland, betonte Bartsch.

Das Bundesarbeitsministerium wies in der Antwort auf die Anfrage der Linken darauf hin, dass in die Statistik unter anderem auch Renten eingehen, die etwa aufgrund von geringen Beschäftigungszeiten sehr niedrig ausfallen. Dagegen gelte im Berufsbeamtentum das Lebenszeitprinzip; zudem hätten viele Beamte einen Hochschulabschluss.

kim/AFP/Reuters