Probleme mit chinesischem Käufer Verkauf des Flughafens Hahn vor dem Aus

Die Turbulenzen beim Verkauf des Flughafens Hahn an einen chinesischen Käufer spitzen sich zu: Jetzt zeichnet sich ein Abbruch des Geschäfts ab. Den Chinesen fehlt die Genehmigung.

Flughafen Frankfurt Hahn
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Flughafen Frankfurt Hahn


Der von der rheinland-pfälzischen Landesregierung angestrebte Verkauf der Landesanteile am Regionalflughafen Hahn an einen chinesischen Investor steht wohl endgültig vor dem Aus. Es deute sich sich ein "Abbruch des Verkaufsprozesses mit dem Unternehmen SYT ab", teilte der zuständige Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) in Mainz mit. Bereits Ende Juni hatte sich ein Scheitern des Deals mit der Shanghai Yiqian Trading (SYT) abgezeichnet.

Ein Besuch von Staatssekretär Randolf Stich habe gezeigt, dass die SYT bisher keine Unterlagen für eine Genehmigung zum Kauf von Anteilen des Flughafens bei der zuständigen Behörde in China eingereicht habe. Das widerspreche Angaben des Käufers und seiner Anwälte gegenüber dem Land Rheinland-Pfalz.

Der chinesische Investor wollte die von Rheinland-Pfalz gehaltene Anteilsmehrheit von 82,5 Prozent am Flughafen Hahn kaufen. Doch nach Ausbleiben einer Zahlung geriet der Prozess ins Stocken. Dadurch kam auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) unter Druck. Am Donnerstag will sich der Mainzer Landtag in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Der Innenminister gab zudem bekannt, dass zwei andere Bieter in dem Verkaufsverfahren bestätigt hätten, erneut Gespräche aufnehmen zu wollen. Er sei überzeugt, "dass der Hahn eine Zukunft hat", erklärte Lewentz.

asa/dpa/AFP

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insgesamt 24 Beiträge
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hisch88 06.07.2016
1. China und Vertragstreue
... oder gar "Gentleman Agreements". Ein Widerspruch in sich. Ich weiß schon gar nicht mehr in wie vielen Beiträgen in Foren ich vor der "negativen Vertragstreue" von Chinesischen Firmen und der KP China (Staatsverträge) gewarnt hatte. Aber Malu Dreyer wird das mit ihren Beratern ja deutlich besser wissen.
derblaueplanet 06.07.2016
2. Da haben sich wohl chinesische Triaden gedacht
sie könnten die rheinland-pfälzische Landesregierung über den Tisch ziehen. Hatten vielleicht von der Nürburgring-Pleite gelesen. Warum sollte das nicht noch einmal klappen? Hätte es auch vielleicht - wenn es nur diese öffentlichen Medien in Deutschland nicht gäbe...
schlamassel_hoch_12 06.07.2016
3. Hahn behalten, aber BER
Wir sind aber auch gar nicht clever. Geben wir denen einfach den BER. Der Käufer zahlt nicht und wir sind einen Flughafen los, der nicht funktioniert. Und alle sind glücklich. Nur unserer Regierung nicht, wenn demnächst die Regierungsflieger von Hahn aus starten.
PaulMeister 06.07.2016
4. Sehenswert dazu...
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2779468/Raetsel-um-Verkauf-von-Flughafen-Hahn#/beitrag/video/2779468/Raetsel-um-Verkauf-von-Flughafen-Hahn Da fragt man sich ob die beauftragte Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG überhaupt vor Ort war oder der Vor-Ort Besuch einfach nur abgerechnet wurde?
poetnix 06.07.2016
5.
Wie können Sie nur den Rücktritt fordern?! Ich glaube nicht, dass wir in der Politik jemanden finden, der noch oberschlauer ist. Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass wir von diesen Leuten regiert werden, die immer dicht an der Realität vorbeischrammen.
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