Bahn-Chef Richard Lutz "Heute würde man Stuttgart 21 nicht mehr bauen"

Der neue Vorstandschef der Deutschen Bahn distanziert sich deutlich von dem umstrittenen Milliardenprojekt Stuttgart 21. Er würde das Projekt nicht noch einmal angehen.
Bahn-Chef Richard Lutz

Bahn-Chef Richard Lutz

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Die Deutsche Bahn würde das Projekt Stuttgart 21 aus heutiger Sicht nicht noch einmal angehen. "Mit dem Wissen von heute würde man das Projekt nicht mehr bauen", sagte Vorstandschef Richard Lutz im Verkehrsausschuss des Bundestags, wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtete. Lutz habe zugleich deutlich gemacht, dass es wirtschaftlicher sei, das Projekt fortzuführen als abzubrechen.

Der Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart war seit dem Beginn 2010 immer teurer geworden - unter anderem wegen gestiegener Baukosten, langwieriger Planungsverfahren und Kosten für den Artenschutz. Der Rahmen lag 2009 bei 4,5 Milliarden Euro, 2013 waren es dann schon 6,5 Milliarden. Im Januar dieses Jahres erhöhte der Bahn-Aufsichtsrat das Volumen auf 8,2 Milliarden Euro und verschob die Eröffnung auf 2025. Kritiker hatten von Anfang an befürchtet, dass die Kosten aus dem Ruder laufen.

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Mega-Bauprojekt: Grundsteinlegung bei Stuttgart 21

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Auch Lutz' Vorgänger Rüdiger Grube hatte sich deutlich vom Milliardenprojekt Stuttgart 21 distanziert. "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht", sagte Grube auf einer Veranstaltung Ende 2016.. Zumindest, so Grube weiter, "nicht unter diesen Bedingungen".

hej/dpa