Rüstungsausgaben im Vergleich Russland hängt Europäer ab

US-Präsident Obama fordert im Zuge der Ukraine-Krise höhere Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im Vergleich zu Russland geben die Europäer ziemlich wenig Geld für Rüstung aus.
Russischer Panzer bei Militärparade in Moskau: Den Konkurrenten USA überholt

Russischer Panzer bei Militärparade in Moskau: Den Konkurrenten USA überholt

Foto: Sergei Ilnitsky/ dpa

Hamburg - Die Ansage von Barack Obama war deutlich: Viele europäische Regierungen haben ihre Wehretats zurückgefahren, monierte der US-Präsident am Dienstag zu Beginn seiner Europareise. Jeder der 28 Nato-Mitgliedstaaten müsse seinen Anteil für die Verteidigung leisten.

In Zeiten der Ukraine-Krise und einer zunehmend als Bedrohung empfundenen Politik Russlands sehen die Amerikaner ihre europäischen Verbündeten als militärisch untergewichtig. Und in der Tat: Betrachtet man die Rüstungsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung haben wichtige EU-Staaten ihre Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren eher zurückgefahren, während Russland kräftig zulegte.

Nach Angaben einer Studie des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) gehört das Land zu den 23 Staaten weltweit, die ihre Ausgaben für Rüstung seit 2004 mindestens verdoppelt haben. Der Anteil am jährlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 108 Prozent. 2013 überholte Russland sogar die USA.

Auch nominal sind die russischen Militärausgaben beachtlich. 2013 beliefen sie sich laut Sipri auf 87,8 Milliarden Dollar und lagen damit im europäischen Vergleich unangefochten an der Spitze. Spitzenreiter bleiben hier allerdings die USA mit 640 und China mit 188 Milliarden Dollar, obwohl die USA einen Rückgang um 7,8 Prozent verbuchte.

jos
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