Erstmals seit Sanktionsbeginn Deutsche Exporte nach Russland steigen offenbar wieder

Wegen der Wirtschaftskrise und den von der EU verhängten Sanktionen hatten sich deutsche Exporte nach Russland binnen vier Jahren halbiert. Nun deutet sich eine Besserung an. Grund zur Euphorie besteht aber nicht.
Blick auf das Geschäftszentrum in Moskau

Blick auf das Geschäftszentrum in Moskau

Foto: Maxim Shipenkov/ picture alliance / dpa

Die deutschen Exporte nach Russland sollen 2017 erstmals seit fünf Jahren gestiegen sein. In den ersten elf Monaten seien sie zum Vorjahreszeitraum um mehr als 21 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro angezogen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vorliegende Berechnungen des Statistischen Bundesamts. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Die Ausfuhren überträfen damit bereits das Niveau des gesamten Jahres 2016 von 21,5 Milliarden Euro deutlich. Besonders gefragt waren laut dem Bericht Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte "Made in Germany".

Die deutschen Exporte nach Russland hatten sich seit 2012 von 38 Milliarden auf rund 21,5 Milliarden Euro im Jahr 2016 nahezu halbiert. Dämpfte zunächst die Wirtschaftskrise in dem Land das Geschäft, so wirkten später die im März 2014 nach der Annexion der Krim und dem russischen Vorgehen in der Ostukraine eingeführten Sanktionen gegen Russland.

Trotz der Erholung 2017 tritt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft auf die Euphoriebremse. "Wir starten nach der tiefen Krise leider von einem sehr niedrigen Niveau aus", sagte dessen Vorsitzender Wolfgang Büchele. "Zudem sehen wir hier einige Nachholeffekte, die 2018 auslaufen werden."

Auch die deutschen Importe aus Russland zogen laut Reuters merklich an: Sie summierten sich in den ersten elf Monaten vorigen Jahres auf 28,6 Milliarden Euro, während es im gesamten Jahr 2016 lediglich knapp 26,5 Milliarden waren. Hier habe vor allem die Nachfrage nach russischem Erdöl und Erdgas merklich zugelegt.

Der Ost-Ausschuss hofft auf eine Befriedung des Konflikts in der Ostukraine und eine Überwindung der gegenseitigen Sanktionen. "Vielleicht hilft uns ja auch die Fußball-WM in Russland dabei, zu einem neuen Entspannungsprozess zu kommen", sagte Büchele.

bam/Reuters
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