Reaktion auf Russland-Embargo EU stockt Agrarhilfen um 165 Millionen Euro auf

Als Ausgleich zu Russlands Importverbot kauft nun die EU europäische Agrarprodukte auf. Insgesamt 290 Millionen Euro will sie so den Landwirten zukommen lassen. Vor allem Erzeuger von verderblichen Waren profitieren davon.
Gemüsehändler in Palma de Mallorca: 165 Millionen zusätzliche Hilfen

Gemüsehändler in Palma de Mallorca: 165 Millionen zusätzliche Hilfen

Foto: Karl-Heinzr Eiferle/ picture alliance / dpa

Brüssel - Mit einem neuen Hilfsprogramm will die Europäische Union die Auswirkungen des Russland-Embargos für die EU-Landwirtschaft abfedern. 165 Millionen Euro will die EU-Kommission dafür bis Ende des Jahres bereitstellen, teilte die Brüsseler Behörde mit. So soll vor allem Erzeugern von leicht verderblichen Obst- und Gemüsesorten geholfen werden.

Das Geld ist vor allem für jene zwölf Länder gedacht, die in den vergangenen Jahren im Herbst und Winter die größten Mengen nach Russland ausgeführt hatten. Durch das Programm soll das Angebot auf dem europäischen Markt verringert und so ein Einbruch der Preise verhindert werden. Förderung gibt es etwa für die kostenlose Verteilung oder Kompostierung von Obst und Gemüse.

Ein früheres Hilfsprogramm im Umfang von 125 Millionen Euro hatte die EU-Kommission zuvor ausgesetzt. Die nun beschlossenen Hilfen sollen noch hinzukommen, aber nur über einen neuen Verteilungsschlüssel gewährt werden. Die vorherigen Zuschüsse waren zunächst gestoppt worden, weil Landwirte nach Angaben der Brüsseler Behörde mehr Geld beantragt hatten, als sie durch den Verkauf von Produkten eingenommen hätten.

Russland hatte als Reaktion auf westliche Wirtschaftssanktionen im Ukraine-Konflikt ein Importverbot für Agrarprodukte aus der EU verhängt. Betroffen sind davon vor allem Obst- und Gemüselieferungen sowie Milchprodukte.

vks/dpa/Reuters