Trotz Sanktionen Fast jedes fünfte deutsche Unternehmen in Russland steigert Umsatz

Die Sanktionen des Westens setzen auch den meisten deutschen Unternehmen in Russland zu - aber bei Weitem nicht allen: Fast jedes Fünfte konnte seinen Umsatz im ersten Halbjahr sogar steigern. Dennoch sind die Aussichten schlecht.

Containerterminal im Hamburger Hafen (Archiv): Die Exporte sind eingebrochen
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Containerterminal im Hamburger Hafen (Archiv): Die Exporte sind eingebrochen


Trotz Wirtschaftskrise und Sanktionen floriert das Geschäft zahlreicher deutscher Firmen in Russland. Zwar mussten mehr als 80 Prozent stagnierende oder sinkende Umsätze hinnehmen. Aber knapp jedes fünfte der dort tätigen deutschen Unternehmen hat den Umsatz im ersten Halbjahr gesteigert, wie eine Umfrage der deutsch-russische Auslandshandelskammer (AHK) ergab.

"In einem insgesamt sehr schwierigen Marktumfeld behauptet sich die deutsche Wirtschaft in Russland erfreulich robust", sagte AHK-Präsident Rainer Seele. Für die meisten in Russland aktiven Firmen seien die momentanen Probleme "schmerzhaft, aber beherrschbar". Allerdings beurteilten 85 Prozent der befragten Unternehmen die Wirtschaftsentwicklung in Russland negativ oder leicht negativ - das schlechteste jemals ermittelte Ergebnis.

Die Zahl der im Lande aktiven deutschen Unternehmen habe sich mit 6000 kaum verändert, teilte die AHK mit. An der Umfrage beteiligten sich demnach im Juni und Juli 158 deutsche Firmen mit 67.000 Arbeitsplätzen und einem Jahresumsatz von 13,4 Milliarden Euro.

Die Exporte der deutschen Wirtschaft nach Russland waren als Folge der Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts in den ersten fünf Monaten des Jahres um mehr als ein Drittel eingebrochen. Setzt sich dieser Trend fort, könnten die deutschen Ausfuhren im Gesamtjahr 2015 auf 20 Milliarden Euro und damit fast die Hälfte des Rekordwertes von 2012 (38 Milliarden Euro) fallen.

mka/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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alterzwickscher 31.07.2015
1. Handelsbeziehungen USA/RUS ?
Interessant wäre in diesem Zusammenhang zu wissen, ob die exorbitanten Umsatzzuwächse amerikanischer Firmen auf dem russischen Markt (im SPIEGEL berichtet) im gleichen Zeitraum weiterhin anhalten. Es wäre erfreulich, gäbe es doch dann wenigstens einen Gewinner...
thoreaukrates 31.07.2015
2. Umsatz oder Gewinn?
Interessant wäre auch zu wissen, ob die gesteigerten Umsatzerlöse auch zu einer entsprechenden Gewinnsteigerung führten.
Partieller Augentinnitus 31.07.2015
3.
Zitat von alterzwickscherInteressant wäre in diesem Zusammenhang zu wissen, ob die exorbitanten Umsatzzuwächse amerikanischer Firmen auf dem russischen Markt (im SPIEGEL berichtet) im gleichen Zeitraum weiterhin anhalten. Es wäre erfreulich, gäbe es doch dann wenigstens einen Gewinner...
Welche exorbitanten Zuwächse? https://www.census.gov/foreign-trade/balance/c4621.html Sie fabulieren. Übrigens, wenn Sie 10 rosa Balettkleidchen bei Ihrem Lieblings-Internetversand bestellen und dann alles zurückschicken, haben Sie dort trotzdem einen Umsatzzuwachs generiert. Wer noch immer nicht in Russland deinvestiert, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
nofreemen 01.08.2015
4. Korrektur im Namen der Redaktion
Die exorbitanten Zuwächse betreffen nur die Bestellungsrückgänge. Dann ergibt der Artikel auch einen Sinn.
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