Energiemarkt Europa kauft Gazprom so viel Gas ab wie noch nie

Die Diskriminierung Homosexueller, der Machtkampf um die Ukraine: Die Liste der Streitthemen zwischen Europa und Russland ist lang. Gleichzeitig hat die EU dem vom Kreml kontrollierten Gazprom-Konzern 2013 so viel Gas abgekauft wie nie zuvor.
Gasförderung in Russland (Archivbild): Rekordabsatz trotz politischer Spannungen

Gasförderung in Russland (Archivbild): Rekordabsatz trotz politischer Spannungen

Foto: DENIS SINYAKOV/ REUTERS

Moskau - Der russische Gasexport nach Europa hat ein neues Rekordhoch erreicht. Nach vorläufigen Zahlen dürften die Lieferungen in die Europäische Union und in die Türkei 2013 um 16 Prozent steigen, auf insgesamt 161,5 Milliarden Kubikmeter. Das teilte der staatlich kontrollierte Energieriese Gazprom am Montag mit.

Die Meldung zeigt ein großes Dilemma Europas. Einerseits liefern sich einige europäische Staaten, allen voran Deutschland, derzeit einen Machtkampf mit Russland um Einfluss in der Ukraine; dazu kritisieren viele Europäer die Diskriminierung Homosexueller und die Verletzung von Menschenrechten durch den Kreml.

Andererseits ist die Europäische Union stark vom russischen Gas abhängig - und finanziert so indirekt die russische Regierung. Im Klartext: Jedesmal, wenn Sie die Heizung aufdrehen, wird es in ihrer Wohnung mollig warm - und der russische Machtapparat um ein paar Rubel reicher.

Gazprom ist seit langem Europas wichtigster Erdgaslieferant. Das Unternehmen deckt allein etwa ein Drittel des Erdgasbedarfs in Europa ab, womit der russische Konzern gut die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet. 2013 exportierte das Unternehmen sogar noch deutlich mehr Gas als geplant. Gazprom selbst hatte sich gut 150 Milliarden Kubikmeter zum Ziel gesetzt.

ssu/Reuters
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