Vorwurf des Machtmissbrauchs Russland leitet Verfahren gegen Uralkali-Chef ein

Der Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner erschütterte den weltweiten Kali-Markt, als er die Allianz mit der weißrussischen Belaruskali beendete. Jetzt soll er sich in Russland vor Gericht verantworten - obwohl er in Weißrussland bereits einsitzt.

Uralkali-Chef Baumgertner: Anklage irritiert
AP/ dpa

Uralkali-Chef Baumgertner: Anklage irritiert


Moskau - Im Juli hatte er den weltweiten Kali-Markt erschüttern lassen: Vladislav Baumgertner, Chef des Kaliproduzenten Uralkali. Jetzt ist in Russland ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Die Anklage wirft ihm Machtmissbrauch vor, teilten die russischen Strafbehörden mit. Zudem wurde ein Antrag auf Auslieferung gestellt. Baumgertner sitzt derzeit in Weißrussland in Haft.

Im Juli hatte Baumgertner als Uralkali-Chef überraschend die Allianz mit der weißrussischen Belaruskali im gemeinsamen Handelskonsortium BPC beendet. Die Hintergründe dafür sind unklar. Für Weißrussland ist das Ende des Kartells besonders schmerzlich, da Kali einer der wichtigsten Devisenbringer für das Land ist.

Nach seinem drastischen Schritt war Baumgertner dann im August während eines Besuchs in der weißrussischen Hauptstadt Minsk festgenommen worden. Laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti wird ihm dort Amtsmissbrauch vorgeworfen. Der Kreml hatte der Nachrichtenagentur AP zufolge noch seine Entlassung gefordert, weshalb die Anklage nun irritiert. Uralkali wollte sich am Montag nicht zu den Vorwürfen äußern.

vks/Reuters/AP



insgesamt 3 Beiträge
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hansulrich47 14.10.2013
1. So löst man Preisprobleme auf Russisch!
Da braucht man überhaupt keine Kartellabsprachen, da genügt es zu sagen: Machtmissbrauch! Denn unter fallenden Preis leidet ja wohl nicht nur Weissrussland ....
schrumpel500 14.10.2013
2. vielleicht ein Trick
weil Rußland mit einer russischen Anklage einen jristisch begründeten Ausliefferungsantrag stellen kann, den Weißrußland schlecht ignorieren kann und wenn Baumgärtner nach Rußland ausgeleifert wurde wird die russische Anklage fallengelassen und er ist frei
WILHHERDE 15.10.2013
3. Das Gesicht wahren
Man gibt damit den Weißrussen die Möglichkeit bei einer Auslieferung (Freilassung) das Gesicht zu wahren. Vielleicht wird die Anklage in Russland eröffnet, das Verfahren aber bald darauf eingestellt. So könnte es laufen.
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