Retourkutsche auf Sanktionen Russland will US-Staatsanleihen abstoßen

Moskau reagiert auf die neuen US-Sanktionen im Fall Skripal. Russland will US-Staatsanleihen verkaufen und bei internationalen Geschäften den Dollar meiden.
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Wenige Tage nach den jüngsten Strafankündigungen aus Washington folgt die Retourkutsche aus Russland. Einem Bericht zufolge will Moskau seine Bestände an US-Staatsanleihen weiter abbauen. Zudem wolle das Land vermehrt den Rubel und andere Währungen wie den Euro bei internationalen Transaktionen verwenden und vom Dollar Abstand nehmen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria Finanzminister Anton Siluanow.

Am Freitag war der Rubel gegenüber dem Dollar auf ein Zwei-Jahres-Tief gefallen. Einen Tag zuvor hatten die USA neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien. Die dortige Regierung sieht Russland für die Attacke verantwortlich. Moskau bestreitet eine Verwicklung.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag erklärt, Grundlage für die neuen Sanktionen sei die Feststellung, dass die russische Regierung "chemische oder biologische Waffen in Verstoß gegen internationales Recht eingesetzt hat oder tödliche chemische oder biologische Waffen gegen ihre eigenen Staatsbürger benutzt hat".

Die Sanktionen sollen Exportgüter aus den Bereichen Elektronik, Laser, Sensoren sowie Öl- und Gastechnologie betreffen. Sie sollen um den 22. August herum in Kraft treten.

Staatsanleihen können ein Druckmittel sein

Die Regierung in Moskau warnte vor einem Wirtschaftskrieg mit unabsehbaren Folgen. Der Verkauf von Staatsanleihen dürfte ein Warnsignal an Washington sein. Würden massenhaft Anleihen abgestoßen, würden die Kurse auf den globalen Märkten fallen und die Renditen der Papiere steigen. Für die hochverschuldeten USA würde es also teurer, neue Kredite aufzunehmen.

Das größte Drohpotenzial gegen die USA in Sachen Staatsanleihen hat allerdings China. Kein Land der Welt hält mehr US-Schuldenpapiere als die Volksrepublik. China liefert sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit mit den USA.

Gleichwohl gibt sich die Regierung in Washington selbstsicher. Sie setzt darauf, dass China und Russland die Dollar-Anleihen selbst als sichere Währungsreserve gewählt haben.

mmq/Reuters