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01. Dezember 2015, 16:49 Uhr

Sanktionsliste

Kreml stoppt Einfuhr vieler türkischer Lebensmittel

Ob Salz, Weintrauben oder Hühnerfleisch: Zahlreiche Lebensmittel aus der Türkei dürfen laut einer jetzt veröffentlichten Sanktionsliste ab 2016 nicht mehr nach Russland eingeführt werden. Zwei Energieprojekte sind dagegen nicht betroffen.

Russland hat Details zu seinen bereits am Wochenende bekannt gegebenen Sanktionen gegen die Türkei veröffentlicht. Demnach verbietet die Regierung in Moskau vom 1. Januar 2016 an unter anderem die Einfuhr von Hühner- und Putenfleisch, Tomaten, Apfelsinen, Weintrauben und Salz. Ebenfalls am Neujahrstag tritt eine Visapflicht für Türken in Kraft.

Die Sanktionsliste verbietet zudem russischen Unternehmen, darunter Sportvereinen, einen Anstellungsvertrag mit Türken abzuschließen. Türkische Baufirmen brauchen künftig für Arbeiten in Russland eine Sondergenehmigung. Außerdem stellt Moskau die Tätigkeit einer bilateralen Regierungskommission ein und stoppt vorerst ein geplantes Regierungsabkommen über den gemeinsamen Handel. Das Projekt eines russisch-türkischen Investitionsfonds wird ebenfalls eingefroren.

Der visafreie Reiseverkehr zwischen beiden Ländern war im April 2011 in Kraft getreten und vor allem von Touristen genutzt worden. Zuletzt reisten jährlich etwa vier Millionen Russen in die Türkei, die größte Gruppe nach den Deutschen. Nun stellt Russland - bis auf die Heimreisen russischer Touristen - auch alle Charterflüge mit der Türkei ein.

Keine Erwähnung in der Sanktionsliste finden zwei ehrgeizige Energieprojekte der russischen Regierung: der Bau eines Atomkraftwerks in der Türkei und die geplante Gaspipeline Turkish Stream. Russland reagiert mit den Strafmaßnahmen auf den jüngsten Abschuss eines Kampfjets durch die Türkei.

dab/dpa

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