Sanktion gegen Lufthansa und Co. Russland erwägt Überflugverbot für europäische Airlines

Russland denkt offenbar über eine scharfe Reaktion auf die Sanktionen des Westens nach: Laut einem Zeitungsbericht prüft die Regierung, europäischen Fluglinien Überflugrechte zu entziehen. Die Unternehmen würde das hart treffen.
Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Sanktion würde Airline hart treffen

Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Sanktion würde Airline hart treffen

Foto: Boris Roessler/ dpa

Moskau - Als Reaktion auf westliche Sanktionen erwägt Russland einem Zeitungsbericht zufolge Restriktionen für europäische Fluggesellschaften. Im Transport- und im Außenministerium werde derzeit geprüft, ob Flüge über russisches Gebiet eingeschränkt oder gar verboten würden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Vedomosti" unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise.

Wenn es zu Einschränkungen bei der Nutzung der Trans-Sibirien-Route käme, stiegen die Kosten für Flüge nach Asien. Eine ungenannte Quelle der Zeitung schätzt die Schäden allein für die drei großen europäischen Fluglinien Lufthansa  , British Airways   und Air France   auf eine Milliarde Euro, falls das Verbot drei Monate aufrechterhalten wird.

Die Restriktionen würden aber nicht nur europäische Fluggesellschaften treffen, berichtet die Zeitung weiter. Auch die einheimische Fluggesellschaft Aeroflot müsse mit Einbußen von rund 55 Millionen Euro in einem Dreimonatszeitraum rechnen, weil sie von den europäischen Fluggesellschaften Gebühren für den Überflug erhalte, berichtet das Blatt. Weder das russische Transportministerium noch die Behörde für Zivilluftfahrt wollten sich zu dem Bericht äußern.

Ein Lufthansa-Sprecher dementierte gegenüber SPIEGEL ONLINE die Meldung, die Fluglinie sei über das angebliche Sanktionsvorhaben informiert: "Uns sind keine Pläne für eine Überflugsperre über Sibirien bekannt." Den "Vedomosti"-Bericht bezeichnete er als "Medienspekulation", die man nicht kommentiere.

Ein Überflugverbot wäre die bislang schwerste Strafmaßnahme Russlands als Reaktion auf die Sanktionen der EU: Zuletzt hatten die russischen Behörden für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein Verbot für den Import von Hühnerfleisch aus den USA für diese Woche angekündigt. Am Sonntag wurde bekannt, dass der Verbraucherschutz den Import des amerikanischen Bourbon-Whiskeys Barton 1792 Distillery verboten hat.

ade/mga/Reuters
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