Neuer Hundert-Rubel-Schein
Russland druckt Sonderbanknote mit Krim-Motiven
Der Westen verurteilt die Annexion der Krim als Verletzung des Völkerrechts, der Kreml schafft weitere Tatsachen: Ab Dezember soll ein neuer Hundert-Rubel-Schein mit Krim-Motiven in Umlauf kommen.
Hundert-Rubel-Schein: Neue Banknoten mit Krim-Motiv geplant
Foto: Svancara Petr/ AP
Der Westen hat Russland mit Sanktionen unter Druck gesetzt, auch wegen des gewaltsamen Anschlusses der Halbinsel Krim 2014. In Russland aber ist die Begeisterung über "unsere Krim" groß. Nun will der Kreml seinen Bürgern ein Stück Krim in die Hand geben: Im Dezember sollen neue Hundert-Rubel-Geldscheine mit Krim-Motiv in den Umlauf kommen.
Das gab der stellvertretende Chef der russischen Zentralbank, Georgij Luntowskij, bekannt. Geplant seien zunächst 20 Millionen Banknoten mit dem neuen Motiv. Um die Nachricht zu verkünden, war Luntowskij eigens nach Sewastopol auf der Krim gereist.
Rubelscheine porträtieren traditionell Sehenswürdigkeiten und Städte in Russland. Der neue Schein hat daher Symbolcharakter, er soll deutlich machen: Die Krim gehört zum Land dazu.
Hundert-Rubel-Scheine zeigen bislang das Bolschoi-Theater in Moskau. Die Banknote war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Grund ist die Darstellung von Apollo: Eine Figur des Gottes der Künste steht auf dem Giebel des Theaters und ist ebenfalls auf dem Geldschein abgebildet.
Wer genau hinschaut, kann ansatzweise Apollos primäres Geschlechtsorgan erkennen. Daran stieß sich der Parlamentsabgeordnete Roman Chudjakow, Mitglied der Partei LDPR des Rechtspopulisten Wladimir Schirinowski. Aus Gründen des Jugendschutzes solle die Banknote deshalb aus dem Umlauf genommen werden, so der Politiker. Sein Aufruf verhallte allerdings ohne Folgen.
Der neue Krim-Schein soll die alten Hundert-Rubel-Banknoten nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Das genaue Aussehen ist noch nicht bekannt. Zentralbank-Vize Luntowskij teilte mit, er werde das genaue Design der Banknoten noch mit den Statthaltern des Kreml auf der Halbinsel absprechen. Verraten wollte er nur, dass darauf Wahrzeichen der Hafenstadt Sewastopol und der Halbinsel zu sehen sein werden. Für die neuen Scheine werde man im Übrigen "ungewöhnliche Farben wählen".