Importverbot Russischer Zoll fordert Haftstrafen für Lebensmittelschmuggel

Bei der Durchsetzung des Importverbots für Lebensmittel setzt der russische Zoll auf Abschreckung: Die Behörde will Verstöße mit Haftstrafen ahnden lassen. Der Schmuggel von Nahrung soll der illegalen Einfuhr von Waffen gleichgesetzt werden.

Lebensmittelvernichtung in Russland: Schmuggel soll mit Haftstrafe geahndet werden
REUTERS

Lebensmittelvernichtung in Russland: Schmuggel soll mit Haftstrafe geahndet werden


In einer beispiellosen Aktion ließ Russlands Präsident Wladimir PutinAnfang August tonnenweise Lebensmittel vernichten. Sie waren trotz des Embargos gegen Waren aus dem Westen und der verstärkten Kontrollen des Zolls ins Land gelangt. Nun hat der Zoll einen neuen Vorschlag zur Durchsetzung der Sanktionen gemacht: Der Schmuggel von Waren aus der EU oder den USA soll mit Haftstrafen geahndet werden.

Der russische Zoll legte der Regierung in Moskau einen entsprechenden Vorschlag vor. Demnach soll die illegale Einfuhr von Nahrung etwa mit der von Waffen gleichgesetzt werden, wie in einem Portal der Regierung mitgeteilt wurde. Lebensmittelschmuggel könnte dann mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis bestraft werden. Russland reagiert mit seinem Importverbot auf Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt.

Seit einem Jahr dürfen eine Reihe von Lebensmitteln aus der EU und den USA nicht mehr nach Russland importiert werden. Hintergrund ist der Ukrainekonflikt. Putin hatte im Gegenzug zu den Sanktionen der EU, der USA und weiterer Verbündeter gegenüber Russland seinerseits ein Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel verhängt.

brk/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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keksguru 21.08.2015
1. zeigt nur die Unfähigkeit der russischen Landwirtschaft
das Land mit allem Notwendigen selbst zu versorgen. Warum eigentlich? Land ist doch genug da, Leute um es zu bewirtschaften auch. Aber Rußland ist trotzdem der größte Apfelimporteur des Kontinents. Nun ja, mit Betonschädelpolitik kann man vermutlich keine Äpfel züchten. Die kamen übrigens zu Sovjetzeiten aus Alma Ata im heutigen Kasachstan.
gruesenko 21.08.2015
2. Putinkinische Repressionsaugenwischerei
oder Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand! Das Putinsche System sozusagen als Schutz- und Schirmherr der grassierenden Korruption will mit drastischen Sanktionen verhindern, dass Schmuggler und Zoellner ihr bewaehrtes " Joint venture" fortsetzen. Also - die Exekutive schiesst der Legislative in den Ruecken, und benutzt die Judikative als Waffe. Der Mann hat einfach keine Visionen. Er steht faktisch an der Spitze eines Systems, das sich selbst sabotiert. Jeder weiß was da laeuft, aber Keiner hat's gesehn'.
ingenör79 21.08.2015
3. Das der Lebensmittelschmuckel
nach Russland überhaupt lohnt zeigt doch wie marode die russische Landwirtschaft ist.
chrisof 21.08.2015
4.
die Lebensmittel, die dort vernichtet werden, sind wohl eher dem Luxussegment zuzuordnen, zumindest unerschwinglich für den Normalbürger. Rote Beete, Gurken, Kartoffeln und Kohl sind sicher nicht darunter.
uffta 21.08.2015
5. Über den Tellerrand schauen
Zitat von keksgurudas Land mit allem Notwendigen selbst zu versorgen. Warum eigentlich? Land ist doch genug da, Leute um es zu bewirtschaften auch. Aber Rußland ist trotzdem der größte Apfelimporteur des Kontinents. Nun ja, mit Betonschädelpolitik kann man vermutlich keine Äpfel züchten. Die kamen übrigens zu Sovjetzeiten aus Alma Ata im heutigen Kasachstan.
Wie erklären Sie sich eigentlich, dass Deutschland Äpfel importiert und gleichzeitig hiesige Apfelbauern ihre Plantagen aufgeben müssen, weil sie die Pacht nicht mehr bezahlen können? Ihre Schlussfolgerung ist mehr als gewagt.
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