Russische Wirtschaftskrise Medwedew warnt vor schwerer Rezession

Die Lage der russischen Wirtschaft ist besorgniserregend, das bestätigt jetzt auch die Regierung. Premierminister Medwedew zufolge droht dem Land eine tiefe Rezession. Der Staat verschärft sein Kontrolle von Konzernen und Banken.

Premierminister Medwedew: Angst vor einem Abschwung
REUTERS

Premierminister Medwedew: Angst vor einem Abschwung


Moskau - Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat vor einem Abschwung in seinem Land gewarnt. Russland drohe eine schwere Rezession, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Medwedew.

Die russische Wirtschaft leidet unter den internationalen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise sowie unter dem massiven Rückgang des Ölpreises. Die Landeswährung Rubel verlor zwischenzeitlich mehr als 20 Prozent ihres Wertes. Dank diverser Stützungsmaßnahmen der Zentralbank hat der Rubel sich inzwischen wieder stabilisiert.

Bekämpft wird die Währungskrise offenbar auch mit Hilfe von Staatskonzernen. Einem Bericht der Zeitung "Kommersant" zufolge hat Medwedew die Konzerne per Dekret angewiesen, einen Teil ihrer ausländischen Geldreserven zu verkaufen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sind die größten staatlichen Exporteure dazu angehalten, einen Teil ihrer Devisenreserven auf den Markt zu werfen. "Natürlich steht es den Unternehmen frei, die harten Währungen auch zu behalten", sagte ein Regierungsmitglied. "Aber dann behalten wir uns auch das Recht vor, ihnen in harten Zeiten nicht zu helfen."

Betroffen sind laut Reuters die Energiekonzerne Gazprom Chart zeigen und Rosneft Chart zeigen sowie die Diamanten-Produzenten Alrosa und Kristall. Diese sollten bis März 2015 ihren Devisenbestand auf das Niveau von Anfang Oktober zurückführen. Bis dahin müssten sie jede Woche ihren Bestand der Zentralbank melden.

Der Rubel wertete nach Bekanntwerden der Pläne zeitweise um fünf Prozent auf. Zuletzt mussten für einen Dollar 54,44 Rubel bezahlt werden. In den vergangenen Tagen waren es zeitweise 80, in der ersten Jahreshälfte hingegen nur 30 bis 35 Rubel.

"Wenn die Exporteure angehalten werden, ihre Devisenpositionen nicht zu erhöhen, dann kann das als inoffizielle Wiedereinführung von Kapitalkontrollen angesehen werden" sagte Wladimir Osakowsky von der Bank of America. Präsident Wladimir Putin hatte Kapitalkontrollen wiederholt abgelehnt.

Die Zentralbank hat nach Angaben von vier Banken eigene Aufseher in die Devisenhandelabteilungen der größten russischen Kreditinstitute entsandt. "Wir müssen über alle unsere Aktivitäten berichten", zitiert Reuters eine Führungskraft. "Die sind sehr akribisch." Ein Regierungsmitarbeiter verteidigte das Vorgehen: "Es gab Panik. Es musste etwas getan werden und wir haben einige Maßnahmen eingeleitet."

dab/Reuters

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divStar 23.12.2014
1. Wäre alles nicht passiert....
wenn Putin nicht so unendlich gierig gewesen wäre und keine Krieg angefangen hätte. So muss wohl die Bevölkerung leiden und dem armen (reichen) Irren Dampf unter der Sitzhaube machen, damit dieser endlich im Interesse Russlands und nicht (ausschließlich) in seinem eigenen handelt. Ich wünschte es würde nur die reiche Elite Russlands treffen - der gönne ich nämlich nicht einmal die Butter aufs Brot.
Dravion Smith 23.12.2014
2. Die Geister die ich rief...
werd ich jetzt nicht mehr loß. Gut gemacht, Putin. Hättest mal vorher in die Lehre gehen sollen bevor Du mit deinem KGB Halbwissen dein Land in den Ruin treibst. Naja, jetzt löffelt es ma schön wieder aus, liebe Ruskis.
helro56 23.12.2014
3. es wurde auch zeit...
dem russischen Diktator Putin seine Grenzen aufzuzeigen! mehr kann man dazu nicht sagen!
oslomæn 23.12.2014
4. auf diese weise...
...kann der verfall von währung und wirtschaft für einen moment aufgehalten werden, u,nd dieser moment wird kurz sein. Für die konzerne und russland entsteht hier ein irreparabler schaden, danach sind sie mehr denn je auf ausländische investoren angewiesen, die aber erst einspringen, wenn ihre investments sicher sind. Unter der putinschen Dekret Politik ein Ding der Unmöglichkeit. Putin hat Russland in einen Teufelskreis getrieben.
geht-es-noch 23.12.2014
5.
Zitat von divStarwenn Putin nicht so unendlich gierig gewesen wäre und keine Krieg angefangen hätte. So muss wohl die Bevölkerung leiden und dem armen (reichen) Irren Dampf unter der Sitzhaube machen, damit dieser endlich im Interesse Russlands und nicht (ausschließlich) in seinem eigenen handelt. Ich wünschte es würde nur die reiche Elite Russlands treffen - der gönne ich nämlich nicht einmal die Butter aufs Brot.
Die Anschuldigungen der USA gegen Russland in Bezug auf die Ukraine stützen sich auf Gerüchte und Entstellungen von Tatsachen, wie OSZE-Vertreter Kelin am Dienstag sagte. "Was ich von US-Vertretern höre, sind unendliche Anklagen, denen öfters keine Tatsachen, sondern irgendwelche Gerüchte sowie Entstellungen von Zeitungsartikeln und Berichten anderer Massenmedien zugrunde liegen", sagte Kelin am Dienstag während einer Videokonferenz in der Agentur Rossiya Segodnya. Die ukrainischen Behörden und die westlichen Länder werfen Russland regelmäßig eine Unterstützung der ostukrainischen Volkswehr vor. Moskau hat mehrmals erklärt, Russland sei keine Konfliktseite und habe mit den Ereignissen im Südosten der Ukraine nichts zu tun. Alle Anschuldigungen seien falsch und können nicht nachgewiesen werden.
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