Altenheime Studie kritisiert eklatanten Fachkräftemangel in der Pflege

Im deutschen Pflegesystem herrscht immenser Mangel: an Pflegeplätzen, Geld - und Personal. Bis 2030 könnten der Republik bis zu 200.000 Fachkräfte fehlen, um die dann 3,3 Millionen Pflegebedürftigen zu versorgen, heißt es in einer neuen Studie.
Altersheim: In der Pflege fehlen Personal, Heimplätze und Kapital

Altersheim: In der Pflege fehlen Personal, Heimplätze und Kapital

Foto: Thomas Kienzle/ AP

Hamburg - In Deutschland leben immer mehr ältere Menschen, doch das Pflegesystem ist darauf nicht eingestellt. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI und der Unternehmensberatung Accenture, aus der das "Handelsblatt" am Dienstag zitiert. Der Analyse zufolge fehlt es dem deutschen Pflegesystem an Personal, an Pflegeplätzen, an Kapital. Die Politik manövriere sich "sehenden Auges in den Notstand", schreibt die Zeitung.

Bis 2020 werden in Deutschland 84.000 Fach- und Hilfskräfte fehlen, um die immer größer werdende Zahl pflegebedürftiger Menschen zu betreuen, heißt es weiter. Bis 2030 sollen es sogar 200.000 Beschäftigte sein. Besonders groß sei die Lücke bei der stationären und ambulanten Versorgung.

Mindestens 166.000 neue stationäre Pflegeplätze und Investitionen in Höhe von rund 54 Milliarden Euro seien bis 2030 nötig, um die dann mehr als 3,3 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland versorgen zu können, berichtet das "Handelsblatt" unter Bezug auf die Studie.

Die Autoren der Studie monieren zudem die Verschwendung von Ressourcen. So drohe manchen Pflegeeinrichtungen in Norddeutschland und in Teilen Bayerns gar die Insolvenz. Erstens, weil es hier mehr Heime als Bedürftige gibt. Zweitens, weil viele Heime falsch konzeptioniert seien: Dort würden noch immer Mehrbettzimmer angeboten, die kaum jemand belegen möchte.

ssu