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16. November 2011, 22:56 Uhr

Saarland

Arbeitsagentur soll illegal Leiharbeiter beschäftigt haben

Sie übernahmen die Aufgaben von Beamten und Angestellten, hatten Einblick in streng vertrauliche Daten: Die Bundesagentur für Arbeit im Saarland bestätigte einen ARD-Bericht, wonach jahrelang illegal Leiharbeiter beschäftigt wurden. Auch BA-Chef Weise steht nun in der Kritik.

Saarbrücken - Jahrelang sollen Leiharbeiter in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im Saarland die Arbeit von Beamten und Angestellten übernommen haben. Dabei sollen sie auch Einblick in streng vertrauliche Daten von Arbeitssuchenden gehabt haben.

Ein Sprecher der Regionaldirektion bestätigte am Mittwoch einen Bericht des ARD-Wirtschaftsmagazins "Plusminus". Details wollte er aufgrund staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Behörde nicht nennen.

Ein ehemaliger Bereichsleiter soll nach Angaben des Saarländischen Rundfunks mehrere Bildungsträger zu rechtswidrigen Zugeständnissen gedrängt haben: Wer im Fortbildungsgeschäft bleiben wollte, habe als Gegenleistung eigene Mitarbeiter für die Arbeitsagentur abstellen müssen.

Der Beschuldigte habe die Projektmitarbeiter dann gezwungen, Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich nur von Beamten und Festangestellten der Arbeitsagentur durchgeführt werden durften. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt dem Bericht zufolge wegen Untreue und schweren Verstößen gegen den Datenschutz.

Auch gegen den Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, werden Vorwürfe erhoben: Er soll sich laut Bericht dafür eingesetzt haben, dass ein Disziplinarverfahren gegen den Bereichsleiter ausgesetzt wurde.

lgr/dpa/dapd

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