Saatgut-Sperre Aigner lehnt EU-Pläne ab

Die EU plant eine Agrarreform, und Europas Bürger sind in Aufruhr: Sie fürchten, dass Brüssel künftig jedem Kleingärtner diktiert, welches Saatgut er nutzen darf und welches nicht. Die Chancen, dass es so kommt, sind allerdings gering. Deutschlands Landwirtschaftsministerin ist gegen den Beschluss.
Agrarministerin Aigner: "Kleine Züchter müssen befreit werden"

Agrarministerin Aigner: "Kleine Züchter müssen befreit werden"

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Berlin - Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) spricht sich gegen Pläne der EU-Kommission aus, den Anbau von nicht amtlich zugelassenen Saaten zu unterbinden. "Es darf nicht soweit kommen, dass Privatgärtner für ein paar Samenkörnchen eine amtliche Zulassung vorzulegen haben", sagte Aigner dem "Handelsblatt".

"Kleine Züchter müssen von der Zulassungspflicht befreit werden", sagte sie. Gärtner und Züchter, die das Artenreichtum und die Sortenvielfalt erhalten, "müssen auch künftig ohne Einschränkung anbauen können."

Die EU-Kommission plant, dass künftig neben Landwirten auch Kleingärtner nur noch zugelassenes Saatgut verwenden dürfen. Seltene und alte Gemüsesorten etwa hätten dann kaum noch eine Chance angebaut zu werden. Ihnen fehlt die Handelszulassung, da diese für die Züchter häufig zu teuer ist und die Vorgaben durch di! e individuellen Formen des Obstes nicht eingehalten werden können.

Umweltverbände kritisieren, dass nach den Plänen der Kommission diese Saaten nicht einmal mehr getauscht oder verschenkt werden dürften. Die Verordnung spiele den großen Saatgut-Konzernen wie Monsanto oder Bayer in die Hände.

Die Kommission will ihren Verordnungsentwurf am 6. Mai vorlegen. Durch Deutschlands ablehnende Haltung ist es recht unwahrscheinlich, dass die Saatgut-Sperre in der geplanten Form kommt.

ssu
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