Sanktionen EU plant Importstopp für russisches Gold

Während des G7-Treffens haben einzelne G7-Staaten bereits einen Goldboykott gegen den Kreml angekündigt. Nun will die EU nachziehen – und auch Schlupflöcher schließen.
Goldschmelze in Krasnoyarsk, Russland: Wichtiges Exportgut Russlands

Goldschmelze in Krasnoyarsk, Russland: Wichtiges Exportgut Russlands

Foto: AA / abaca press / ddp

Die Europäische Union verstärkt den Sanktionsdruck gegen Russland. EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic sagte am Rande eines Europaminister-Treffens in Prag, geplant seien »Sanktionen gegen Gold, das ein wichtiges Exportgut Russlands ist.« Diplomaten zufolge könnten sich die EU-Außenminister am Montag in Brüssel mit dem Kommissionsvorschlag für die neuen Strafmaßnahmen befassen.

Ende Juni hatten bereits die USA, Großbritannien, Japan und Kanada vor dem Gipfel der sieben großen Industriestaaten (G7) auf Schloss Elmau ein Einfuhrverbot für russisches Gold angekündigt . Für die drei europäischen G7-Länder Deutschland, Frankreich und Italien würde dann das jetzt angekündigte EU-Embargo greifen.

Sefcovic zufolge sollen die erweiterten EU-Sanktionen auch eine Reihe von Schlupflöchern schließen. »Wir konzentrieren uns auf die Frage, wie wir alle Ausweichwege für diejenigen schließen können, die die Sanktionen umgehen wollen«, sagte der slowakische Kommissar. Zuletzt hatten Experten davor gewarnt, dass das Edelmetall aus russischen Minen unerkannt in Deutschland landen könnte .

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar hat die EU sechs Sanktionspakete gegen Moskau beschlossen. Das letzte umfasste unter anderem ein Embargo auf russisches Öl. Auch die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Olga Stefanischyna nahm an den informellen Beratungen in Prag teil. Sie rief die EU-Staaten auf, die neuen Sanktionen »ohne weitere Verzögerungen« zu besiegeln.

hej/AFP
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