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15. August 2014, 10:19 Uhr

Ungarischer Premier

Orbán ätzt gegen Brüssels Russland-Sanktionen

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán gilt als energischer Kritiker der Sanktionen gegen Russland. Jetzt wurde er wieder gegen Brüssel ausfällig: Er bezeichnete die Maßnahmen als "Schuss ins Knie".

Budapest - Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán hat die Europäische Union indirekt zu einem Umdenken in der Ukrainepolitik aufgerufen. Die gegen Russland verhängten Sanktionen hätten am Ende Europa den größeren Schaden zugefügt, erklärte Orbán in einem Radio-Interview. "In der Politik sagt man, das war ein Schuss ins eigene Knie."

Zuvor hatte bereits Orbáns Kollege, der Slowake Robert Fico, die Maßnahmen als "sinnlos" kritisiert, die das Wachstum in Europa gefährden würden.

Orbáns Kritik ist jedoch weniger von der Sorge um die Union getragen als vielmehr von den eigenen wirtschaftlichen Interessen seines Landes. Denn Russland ist für Ungarn der wichtigste Handelspartner außerhalb Europas. Der Exportüberschuss betrug 2013 mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Schaden nicht sehr groß

Den Schaden, der seinem Land wegen der Sanktionen entsteht, will sich Orbán von Brüssel ersetzen lassen. "Die EU sollte über eine Kompensation für die Produzenten und Händler nachdenken, die nun die Verluste zu tragen haben, kommen sie nun aus Polen, der Slowakei, Ungarn oder Griechenland", erklärt er.

Ungarns Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas hatte am Donnerstag allerdings eingeräumt, die Verluste für Ungarns Bauern hielten sich in Grenzen. Die von den Sanktionen betroffenen Produkte machten insgesamt weniger als 30 Prozent der Agrarausfuhren nach Russland aus - und nur ein Prozent aller Exporte in diesem Sektor.

Am Freitag wollen die EU-Außenminister in Brüssel zusammentreffen um über die Entwicklung der Krisenherde in der Ukraine und im Irak zu beraten. Seit Ende Juli gelten Wirtschaftssanktionen der EU und der USA gegen Russland. Auch Moskau boykottiert westliche Lebensmittelimporte. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte jedoch wiederholt betont, dass die EU bereit sei, die Entscheidungen zu revidieren, wenn sich die Regierung in Moskau an einer Lösung der Ukraine-Krise beteilige.

mik/Reuters

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