Frankreichs Finanzminister gegen Grexit "Wolfgang Schäuble irrt"

Der französische Finanzminister hat Wolfgang Schäubles Vorschlag, Griechenland solle vorübergehend aus dem Euro ausscheiden, kritisiert. Es gebe einen klaren deutsch-französischen Dissens, sagte Sapin einer deutschen Tageszeitung.
Französischer Finanzminister Michel Sapin (Archiv): "Einen klaren Dissens"

Französischer Finanzminister Michel Sapin (Archiv): "Einen klaren Dissens"

Foto: EMMANUEL DUNAND / AFP

Gegenwind aus Frankreichs: Der französische Finanzminister Michel Sapin hat sich gegen den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ausgesprochen, Griechenland solle vorübergehend aus dem Euro ausscheiden. In diesem Punkt gebe es "einen klaren Dissens", sagte Sapin dem "Handelsblatt": "Ich glaube, dass Wolfgang Schäuble sich irrt und sogar in Widerspruch zu seinem tiefen europäischen Willen gerät." Das deutsch-französische Einvernehmen sei deshalb aber "nicht gebrochen". Er respektiere die Position Schäubles, die dieser "nicht aus Taktik, sondern aus Überzeugung" eingenommen habe.

Laut dem Bericht will Sapin gemeinsam mit Schäuble die Eurozone stärken. Dies schließe einen vorübergehenden Abschied vom Euro aus. "Wenn Sie zulassen, dass man zeitweilig ausscheren kann, bedeutet das: Jedes andere Land, das sich in Schwierigkeiten befindet, wird sich durch eine Anpassung seiner Währung aus der Affäre ziehen wollen", sagte Sapin. Der Grundsatz einer Währungsunion bestehe aber gerade darin, nicht durch eine Manipulationen des Wechselkurses eigene Schwierigkeiten zu überwinden. Stattdessen müsse man mit Reformen die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken und zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen.

mka/dpa/Reuters
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