Börse und wichtige Bank Frauen übernehmen Chefposten in Saudi-Arabien

Überraschung im erzkonservativen Saudi-Arabien: Die Börse in Riad und die einflussreiche Bank Samba werden seit Kurzem von Frauen geführt. Das Land braucht den Vergleich mit Deutschland nicht zu scheuen.

Börse Riad
REUTERS

Börse Riad


Zwei Frauen machen in Saudi-Arabien eine ungewöhnliche Karriere. Trotz der Diskriminierung von Frauen in dem Land werden künftig zwei Managerinnen die Börse und die einflussreiche Bank Samba führen.

Die Bank Samba teilte mit, neue Chefin werde Rania Mahmud Naschar. Die Managerin habe fast 20 Jahre Erfahrung im Bankgeschäft und sei zudem geschult im Kampf gegen Geldwäsche. Bereits am Donnerstag hatte die Börse in Riad die Investmentbankerin Sarah al-Suhaimi zur Präsidentin des Verwaltungsrats ernannt.

Saudi-Arabien gilt in Sachen Gleichstellung als extrem rückständig. Es ist beispielsweise das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen. Nach dem Vormundschaftssystem muss ein männlicher Verwandter - meist der Vater, Ehemann oder Bruder - einer Frau die Erlaubnis geben, wenn sie zum Beispiel studieren, arbeiten oder reisen will.

In Deutschland auch zwei Frauen an der Spitze von Banken

Die künftige Börsenchefin al-Suhaimi ist bereits Chefin der Investmentabteilung der National Commercial Bank, und zwar seit 2014. Damals kam der Aufstieg einer Revolution gleich.

Saudi-Arabien steckt mitten in einem groß angelegten Reformprogramm. Dazu gehört auch, dass das Königreich den Anteil der Frauen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen will. Im Jahr 2016 hatten 23 Prozent der Frauen einen Job, bis 2020 sollen es 28 Prozent werden.

Bei Spitzenposten in der Finanzbranche zumindest braucht Saudi-Arabien den Vergleich mit Deutschland nicht zu scheuen. Hierzulande werden mit dem Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt und mit dem Ableger von JP Morgan ebenfalls nur zwei Kreditinstitute von Frauen geführt. JP Morgan Deutschland wird von Dorothee Blessing geleitet. An der Spitze von HSBC Trinkaus & Burkhardt steht seit 2015 Carola Gräfin von Schmettow.

man/AFP



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