Massenhaltung EU warnt Deutschland wegen schlechter Sauenhaltung

Seit Jahresbeginn gelten in der EU strengere Regeln für die Haltung von Sauen. Doch nicht alle deutschen Betriebe halten die Standards ein. Die EU-Kommission verschickte nun einen Warnbrief.

Brüssel - Deutschland hält neue europaweite Tierschutzregeln zur Haltung trächtiger Sauen nicht ein - nun macht die EU-Kommission Druck. Sie habe Warnbriefe an Deutschland und sieben weitere Staaten verschickt, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

Seit Jahresbeginn dürfen landwirtschaftliche Betriebe trächtige Sauen nicht mehr ausschließlich in einer engen Gitterbox, dem sogenannten Kastenstand, halten. Nach fünf Wochen müssen sie zusammen mit anderen Tieren in ein größeres Gehege kommen, in die Gruppenhaltung, bevor sie zum Gebären in die sogenannte Abferkelbox kommen. Im Kastenstand müssen die Sauen zudem genug Platz haben, um sich hinzulegen und die Beine auszustrecken. Auch Spielzeug muss da sein, damit sich die Tiere nicht aus Langeweile gegenseitig die Schwänze abbeißen.

In Deutschland halten ebenso wie in Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Polen, Portugal und Zypern nicht alle Betriebe die 2001 beschlossenen Standards ein.

Die Staaten haben nun zwei Monate Zeit, auf den Mahnbrief zu antworten. Dies ist der erste Schritt, den die EU-Kommission machen kann, wenn sie EU-Recht verletzt sieht. Am Ende kann ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg und vielleicht sogar eine Geldstrafe stehen.

Die Bundesregierung hatte in der Vergangenheit erklärt, sie wolle die Vorgaben grundsätzlich erfüllen, liege aber nicht im Zeitplan.

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