Sberbank USA sanktionieren Russlands größte Bank

Die Vereinigten Staaten schneiden Russlands Banken zunehmend vom Kapitalmarkt ab. Auf der US-Sanktionsliste steht jetzt auch das größte russische Geldinstitut: die Sberbank.
Sberbank in Moskau (Archivbild): Großer Kreditgeber der russischen Wirtschaft

Sberbank in Moskau (Archivbild): Großer Kreditgeber der russischen Wirtschaft

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Washington/Moskau - Während der Kreml noch um eine Reaktion auf die Sanktionen aus dem Westen ringt, legen die USA neue Strafmaßnahmen auf. Das Finanzministerium in Washington hat jetzt mit der Sberbank auch das größte russische Geldinstitut auf seine Sanktionsliste gesetzt.

Bei den neuen Sanktionen handele es sich um eine direkte Antwort auf Moskaus illegale und destabilisierende Handlungen in der Ukraine während des vergangenen Monats, sagte eine ranghohe US-Regierungsbeamte. Russland müsse aufhören, die ukrainische Souveränität zu verletzen, teilte Finanzstaatssekretär David Cohen mit. Sonst würden die USA und die EU Russland immer weiter vom globalen Finanzsystem isolieren.

Außer den neuen Maßnahmen gegen die Sberbank wurden auch die Beschränkungen verschärft, die bereits im Juli gegen fünf russische Finanzinstitute erlassen worden waren: die Großbank VTB, die Bank of Moscow, die Russian Agricultural Bank, die Gazprom-Bank und die Bank für Außenwirtschaft (VEB).

Aus den USA heraus und von US-Bürgern dürfen mit den nun insgesamt sechs Geldhäusern nur noch kurzfristige Finanzierungsgeschäfte mit einer Laufzeit von unter 30 Tagen getätigt werden.

Die Sberbank ist mehrheitlich in Besitz der russischen Zentralbank, rund 44 Prozent der Anteile halten ausländische Fonds. Das Geldhaus hält fast ein Drittel des Vermögens des russischen Bankensektors, ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen in Russland.

"Fast exakt vergleichbar mit den EU-Sanktionen"

Die Regierung in Washington beschnitt zudem die Möglichkeiten des auf Rüstungs- und Technologiegüter spezialisierten Staatsunternehmens Rostec, sich auf dem US-Kapitalmarkt frisches Geld zu besorgen.

Zu den Maßnahmen gehört wie bei der EU auch ein Verbot von Exporten und Dienstleistungen für die Förderung von Öl in der Tiefsee und in der Arktis sowie für die Schieferölförderung. Darunter fallen auch die russischen Energiekonzerne Gazprom, Gazprom Neft und Lukoil.

Die USA beschreiben ihre Sanktionen als fast exakt vergleichbar mit jenen der Europäischen Union. Seit der in Minsk vereinbarten Waffenruhe beobachte man die Entwicklungen in dem Konflikt genau. Schlüssige Beweise einer echten Entspannung der Lage sei die Regierung in Moskau aber nach wie vor schuldig geblieben.

Erst am Freitagvormittag hatte die EU ihre Sanktionen gegen Russland offiziell ausgeweitet. Die Maßnahmen treffen auch die Anleihen von Großkonzernen wie Rosneft und Gazprom - diese dürfen in der EU nicht mehr gehandelt werden.

bos/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.