Schäuble-Vertrauter Asmussen wird doch nicht EZB-Chefvolkswirt

Es schien beschlossene Sache zu sein: Der Deutsche Jörg Asmussen sollte zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank gewählt werden. Doch nun kommt es anders. Der begehrte Posten geht überraschend an den Belgier Peter Praet. Asmussen soll dafür einen neuen Job bekommen.

Ex-Staatssekretär Asmussen: Er soll EZB-Chef Draghi bei wichtigen Treffen vertreten
DPA

Ex-Staatssekretär Asmussen: Er soll EZB-Chef Draghi bei wichtigen Treffen vertreten


Frankfurt am Main - Der Belgier Peter Praet wird überraschend neuer EZB-Chefvolkswirt. Um einen deutsch-französischen Konflikt bei der Top-Personalie zu verhindern, bekommt das belgische EZB-Direktoriumsmitglied den wichtigen Posten.

Eigentlich war erwartet worden, dass entweder der Franzose Benoît Cœuré oder der Deutsche Jörg Asmussen neuer Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Notenbank wird. Den Informationen zufolge soll Cœuré nun die Abteilung Märkte übernehmen, die die umstrittenen Staatsanleihenkäufe der EZB koordiniert. Asmussen solle das Ressort Internationales erhalten, also unter anderem bei der Euro-Gruppe und bei den G20 Notenbankchef Mario Draghi vertreten.

Seit Gründung der EZB hatten stets Deutsche das Amt des Chefvolkswirts bekleidet, zunächst Ottmar Issing und zuletzt Jürgen Stark. Nachdem Stark aus Protest gegen die Krisenpolitik der EZB im vergangenen Jahr seinen Rücktritt angekündigt hatte, war schnell klar, dass der damalige deutsche Finanzstaatssekretär Asmussen den Posten übernehmen soll.

Kurz darauf hatte jedoch auch Frankreich einen Kandidaten ins Rennen geschickt: den ehemaligen Chefvolkswirt im Pariser Finanzministerium Cœuré. Beide, Asmussen und Cœuré, gehören seit dem 1. Januar dem sechsköpfigen Direktorium der Notenbank an. Asmussen hat dort Stark ersetzt, Cœuré war für den Italiener Lorenzo Bini Smaghi in das Gremium eingezogen. Um den deutsch-französischen Konflikt zu entschärfen, einigte sich das Direktorium nun auf den Belgier Praet.

stk/Reuters



insgesamt 120 Beiträge
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Heinz-und-Kunz 03.01.2012
1. Es ist so weit!
Die Insassen haben das Irrenhaus übernommen! Die wichtigsten Posten der EZB werden mit Personal aus Weichwährungs- oder Verschwenderländern übernommen: Franzosen, Belgiern oder Italienern.
cemi 03.01.2012
2. Sehr schön
Mal wieder eine gute Nachricht aus Brüssel. Ausgerechnet-Asmussen wurde verhindert, und das ist auch gut so, da es sich hier einen der härtesten Verfechter der neo-liberalen Ideologie handelt - auchg noch mit SPD-Parteibuch. Da diese Ideologie ja nachgewiesen hat, wie schädlich sie für Europa ist, ist es auch nur richtig, dass einer der Hauptschädlinge in seine Schranken gewiesen wird. Ich bin gespannt, welche Linie der Neue fährt.
lobo85 03.01.2012
3. Wieso ist es so schwer...
Zitat von sysopEs schien beschlossene Sache zu sein: Der Deutsche Jörg Asmussen sollte zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank gewählt werden. Doch nun kommt*es anders. Der begehrte Posten geht überraschend an den Belgier Peter Praet. Asmussen soll dafür einen*neuen Job bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806987,00.html
...einen deutschen Kanditaten durchzusetzen? Im Großen und Ganzen bin ich mit der Politik von Frau Merkel eigentlich zufrieden. Allerdings kann ich das offensichtliche Unvermögen der deutschen Regierung nicht nachvollziehen wenn es darum geht internationale top-Jobs zu besetzen (IWF, EZB, usw.). Frau Merkel gibt in der EU politisch zurzeit ohne jeden Zweifel die Richtung vor. Da sollte es doch möglich sein wenigstens den Chefvolkswirt bei der EZB zu stellen!
chrimirk 03.01.2012
4. Na endlich!
Zitat von sysopEs schien beschlossene Sache zu sein: Der Deutsche Jörg Asmussen sollte zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank gewählt werden. Doch nun kommt*es anders. Der begehrte Posten geht überraschend an den Belgier Peter Praet. Asmussen soll dafür einen*neuen Job bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806987,00.html
Jetrzt kann ich mir - wie gewünscht - endlich ein Pfund Euro kaufen. Papierwert z. Z. max. 2 US $. Es geht aufwärts! Brüssel: Druckmaschinen anwerfen! Wir brauchen Geld, subito. Die Lösung ist gefunden. Im Ernst: Raus aus dem Verein in Brüssel und aus dem Euroraum! Die machen kaputt!
galaxyaner 03.01.2012
5. Wird immer schlimmer
Die BRD ist der größte Nettozahler der EU und die wichtigste Industrienation in der EU aber zu sagen haben wir nichts mehr. Alle wichtigen Posten in der EU werden zu den Südländern gegeben.
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