Schlechte Kundenberatung Aigner droht Banken mit neuem Gesetz

Wenn sie selbst nichts tun, muss man es ihnen eben vorschreiben: Verbraucherschutzministerin Aigner will Banken notfalls per Gesetz zwingen, ihre Kunden besser zu informieren. Beipackzettel sollen künftig über die tatsächlichen Kosten und Risiken von Geldanlagen aufklären.

Verbraucherschutzministerin Aigner: "Ich bin von den Banken enttäuscht"
ddp

Verbraucherschutzministerin Aigner: "Ich bin von den Banken enttäuscht"


München - Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erhöht den Druck: Die CSU-Politikerin droht den Banken mit einem Gesetz, um Kunden vor finanziellen Verlusten zu schützen. "Ich bin von den Banken enttäuscht", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" am Mittwoch. Wenn sie die nötigen Informationen verweigern sollten, müsse es ein Gesetz geben.

Aigner schwebt vor, dass künftig alle Geldhäuser einheitliche Beipackzettel für Zertifikate, Versicherungen und andere Finanzprodukte liefern sollen, die über tatsächliche Kosten und Risiken aufklären. Bisher bieten nur zwei Banken solche Beipackzettel an. Im Zuge der Finanzkrise haben Zehntausende Bürger hohe Summe etwa durch Zertifikate der zusammengebrochenen US-Bank Lehman Brothers verloren, die ihnen von Beratern teils als sicher verkauft wurden.

Grund für Aigners Verärgerung waren die Ergebnisse eines Beratervergleichs der Stiftung Warentest, der am Freitag vorgestellt wurde. Keine einzige Bank bekam ein "gut", fast alle begingen schwere Fehler in der Betreuung ihrer Kunden. Die Beratung der Banken sei "so schlecht wie ihr Ruf", konstatierten die Tester. Von 21 auf ihre Anlageberatung getesteten Banken habe nicht eine einzige die Note "gut" erhalten, dafür hätten zwei Banken "mangelhaft" und 16 "ausreichend" abgeschnitten. Die drei Testsieger seien lediglich "befriedigend" bewertet worden.

Aigner sagte der Zeitung weiter, sie wolle zudem, dass Finanzkonzerne für Fehler länger haften. Fehler in Prospekten von Aktien, Fonds oder Zertifikaten sollten künftig statt nach drei erst nach zehn Jahren verjähren. Der Kunde könne sich dann noch zehn Jahre später vor Gericht Geld zurückholen, wenn ihm eine Anlage im Prospekt zu positiv beschrieben worden ist.

sam/ddp



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
roflem 23.12.2009
1. Lachhaft
Na da werden die Banken aber zittern. Sind ja auch die gierigen Anleger Schuld an der ganzen Misere, die wollen ja immer mehr Rendite nöööch? Bis zum nächsten Knall in 2010.
seine_unermesslichkeit 23.12.2009
2. ha ha ha
Zitat von sysopWenn sie selbst nichts tun, muss man es ihnen eben vorschreiben: Verbraucherschutzministerin Aigner will Banken notfalls per Gesetz zwingen, ihre Kunden besser zu informieren. Beipackzettel sollen künftig über die tatsächlichen Kosten und Risiken ihrer Geldanlagen aufklären. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668761,00.html
Wenn es so einen Beipackzettel einst tatsächlich geben sollte...ha ha ha...,dann...ha ha ha...wird dieser in ausgezeichnetem "bankerdeutsch", also für jedermann "verständlich" formuliert sein...ha ha ha! Haben die Banker etwa vergessen, Frau Aigner zu informieren, dass es auch ein Aufsichtrat-Leben nach ihrer politischen Laufbahn gibt? Nicht zu fassen!
Inuk 23.12.2009
3. Berater sind Verkäufer
Zitat von sysopWenn sie selbst nichts tun, muss man es ihnen eben vorschreiben: Verbraucherschutzministerin Aigner will Banken notfalls per Gesetz zwingen, ihre Kunden besser zu informieren. Beipackzettel sollen künftig über die tatsächlichen Kosten und Risiken ihrer Geldanlagen aufklären. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668761,00.html
Ich glaube nicht, dass unsere Verbraucherschutzministerin so mächtig ist, das neue Gesetz durchzuboxen. Die Lobbyisten der Banken sind in den Ministerien zu stark vertreten. Es wurde schon 1000-mal gesagt, dass Bankberater nicht beraten, sondern in erster Linie die Produkte der Bank an den Kunden bringen wollen. Wenn das der Verbraucher weiß, wird er viel vorsichtiger Verträge unterschreiben, bzw. die Bank auf ihren Produkten sitzen lassen. Und das ist gut so!
unuomo, 23.12.2009
4. Die "Drohung"..
ist ein Witz an sich. Es hätten längst verbindliche Regeln nach dem Desaster aufgestellt werden müssen. Frau Aigner ist naiv, wenn sie glaubt Banken würden freiwillig ihr Verhalten ändern. Es wurde immer viel versprochen, doch nichts gehalten, wie die Vergangenheit gezegt hat. Frau Aigner sollte daraus ihre Lehren ziehen und konsequent handeln.
Knütterer, 23.12.2009
5. Endlich mal...
.. eine Politikerin mit "Kreuz", die den aalglatten Bankern zeigt, was eine Harke ist! Und hoffentlich trifft´s auch den Vorstand der VR-Bank in Alzenau ;-)
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