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21. Dezember 2010, 14:57 Uhr

Schuldenkrise

China bietet sich als Euro-Retter an

Die Volksrepublik, dein Freund und Helfer: China verspricht Krisenländern wie Irland und Spanien konkrete Hilfen im Kampf gegen die Schuldenkrise. Was dies genau bedeutet, ist bislang unklar. Doch der Einfluss Pekings auf den Kontinent dürfte massiv wachsen.

Peking - China bietet europäischen Schuldenstaaten seine Hilfe an. Man werde "konkrete Maßnahmen" ergreifen, um einigen EU-Mitgliedstaaten aus ihrer ernsthaften Schuldenkrise zu helfen, sagte der chinesische Vize-Premierminister Wang Qishan bei einem Treffen mit Vertretern der EU-Kommission. Details nannte er allerdings nicht.

Für China ist die Europäische Union der wichtigste Handelspartner, der bilaterale Handel lag bis November um 33 Prozent über dem Vorjahresniveau. Laut chinesischen Angaben beträgt das Volumen des Handels rund 330 Milliarden Euro.

Nicht zuletzt deshalb hat China ein Interesse daran, die Euro-Zone zu stabilisieren - und kriselnde Länder wie Griechenland und Irland zu unterstützen. Deshalb hat die Volksrepublik im Oktober bereits Griechenland massive Hilfen zugesagt. Ministerpräsident Wen Jiabao kündigte an, China werde seine griechischen Anleihen halten und sogar weitere dazukaufen. Offiziellen Angaben zufolge verpflichtete sich China in der vergangenen Woche außerdem, dem Krisen-Mitgliedstaat Portugal finanziell beizustehen.

Den Chinesen geht es neben dem Schutz ihrer Exporte auch um mehr Einfluss in Europa und um eine stärkere Verteilung ihrer Anlagen. Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt hat rund 2,5 Billionen Dollar Devisen angehäuft, schätzungsweise 70 Prozent davon sind Dollar-Anlagen. Doch seit einiger Zeit versuchen die Chinesen, ihr Geld stärker auch in Nicht-Dollar-Währungen anzulegen - vor allem, weil sie sich über die expansive Geldpolitik der Amerikaner ärgern.

"Wir werden darauf achten, was im ersten Quartal passiert"

Vize-Premier Wang Qishan sagte bei dem Treffen mit den EU-Kommissaren Joaquín Almunia, Karel De Gucht und Olli Rehn, "China und die EU sollten ihre Zusammenarbeit verbessern, um gemeinsam für ein robustes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum zu arbeiten".

Chinas Handelsminister Chen Deming äußerte sich vorsichtiger als Wang: "Wir verfolgen genau, ob Europas Schuldenkrise sich kontrollieren lässt und werden dabei vor allem darauf achten, was im ersten Quartal des nächsten Jahres passiert." China werde verfolgen, "ob Europas Konsens in der Schuldenkrise und bei der Risikoprävention sich in praktisches Handeln umwandeln lassen".

Die Märkte reagierten positiv auf die Ankündigungen: Der japanische Nikkei-Index stieg um 1,51 Prozent, der Dax kletterte am Vormittag um 0,6 Prozent auf 7060 Punkte.

cte/dpa/dapd

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