Schuldenkrise Euro-Rettungsschirm soll keine Banklizenz erhalten

Die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms soll deutlich höher werden - aber er wird laut einem Bericht des "Handelsblatts" keine Bank. EFSF-Chef Klaus Regling schließe eine solche Lösung aus. Deutschland gehörte zu den Gegnern entsprechender Pläne, die Franzosen hatten sich dafür stark gemacht.

EFSF-Chef Klaus Regling (im Mai): Banklizenz vom Tisch
Corbis

EFSF-Chef Klaus Regling (im Mai): Banklizenz vom Tisch


München - Klare Worte in der Diskussion um einen möglichen sogenannten Hebel: Der Chef des EFSF, Klaus Regling, hat ausgeschlossen, dass der Euro-Rettungsschirm eine Banklizenz erhalten werde. EU-Kommission, Deutschland und andere Mitgliedstaaten hätten sich eindeutig dagegen festgelegt, sagte Regling laut einem Bericht des "Handelsblatts". Demnach äußerte sich der EFSF-Chef am Montagabend bei einem Vortrag im Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen.

Laut dem "Handelsblatt" bestätigte Regling allerdings, dass die Möglichkeit einer Banklizenz für den Rettungsschirm vor einigen Wochen diskutiert worden sei. Als Bank hätte sich dieser - so die Überlegungen - wiederum bei der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einem Vielfachen des eigentlich garantierten Rahmens eindecken können. Dass diese Lösung nun nicht mehr verfolgt wird, liege an Bedenken, gegen grundsätzliche EU-Verträge zu verstoßen.

Wie die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms ohne eine Banklizenz erhöht werden soll, wollte der EFSF-Chef laut dem Bericht nicht näher erläutern. Dies würde die Spekulationen kurz vor dem EU-Gipfel am Sonntag weiter anheizen.

Mit dieser Festlegung wäre insbesondere Frankreich mit der Forderung nach einer Banklizenz für den EFSF gescheitert. Am Wochenende hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf eine zuverlässige Quelle im Pariser Finanzministerium berichtet, Frankreich wolle den Rettungsfonds zu einer Bank ausbauen. Allerdings sei man sich des Widerstands auf deutscher Seite und bei der EZB bewusst.

fdi

insgesamt 31 Beiträge
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Transmitter, 18.10.2011
1. Eine Zumutung!
Ob, was und was nicht der EFSF aus Brüssel erhält ist mir ja sowas von wurscht. Dieses marode Ding ist genau so blödsinnig, überflüssig und von Anfang an strukturell bankrott wie der Euro-Verbund insgesamt. Wir wissen doch, dass alles, was aus Brüssel verlautbart wird, von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Solche dämlichen Meldungen sind von daher eigentlich bereits unzumutbar.
kohlbecher 18.10.2011
2. Schlagkraft eines Not-Fallschirms?
Leider hat es sich beim SPIEGEL noch nicht herumgesprochen, dass es sich bei dem rätselhaften "Rettungsschirm" laut Duden um einen Not-FALLschirm handelt. Wenn die Deutschen wüßten, welcher Metaphern-Unsinn ihnen da täglich zugemutet wird, verlören sie den letzten Rest an Zuversicht, blickten aber öfter zum Himmel, denn dort muß sich ja dann jeweils das Spektakel abspielen, im freien Fall dem aus einem abstürzenden Flugzeug Abgesprungenen einen Not-Fallschirm (aus Geldscheinen?) anzulegen.Wie ein Fallschirm eine "Schlagkraft" entfalten kann, ist ein weiteres Geheimnis der SPIEGEL-Rettungsschirmler.Wegen DIE facility ist übrigens EFSF ein Femininum.Korrekt heißt der EFSF-(ESM-)Fonds bei uns aber EFFA: Euro-Finanz-Fallschirm-Akrobatik(-Fonds).
otto huebner 18.10.2011
3. wenn die franzosen .............
Zitat von sysopDie Schlagkraft des*Euro-Rettungsschirms soll deutlich höher werden - aber er wird laut einem Bericht des "Handelsblatts" keine Bank.*EFSF-Chef Klaus Regling schließe eine solche Lösung aus. Deutschland gehörte zu den Gegnern entsprechender Pläne, die Franzosen hatten sich dafür stark gemacht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,792348,00.html
sich fuer etwas stark machen, dann sollte man aeusserst misstrauisch sein, denn da kommen immer/meistens/oft eine hintergedanken. nicht unbedingt zum wohl der eu oder gar zum wohle deutschlands, nein, meistens zum wohle der franzosen.
hr_schmeiss 18.10.2011
4. ...die Schlagkraft des Schirmes...
...ich stelle mir das grade bildlich vor, wie so eine Oma mit ihrem Schirmchen auf einen Taschendieb einschlägt. Danke Spon, mein Tag ist gerettet!
Roueca 18.10.2011
5. Vielleicht
sollte der Bürger endlich einmal sein "Schlagkraft" erhöhen, damit dieses elende Geschachere mit seinem sauer verdienten Geld endlich ein Ende hat. Ich kann es nicht mehr hören! Kein Geld für die Menschen im eigenen Lande, aber Abermilliarden für Banken und bankrotte EU Länder und gleichzeitig das Gefassel vom EU-Finanzministerium, EU-Wirtschaft usw. Die Kosten für diesen neuen Verwaltungsapparat werden dann über eine neue EU-Steuer direkt vom Lohn abgezogen, damit der Bürger auch endlich kapiert, daß es alternativlos ist sich zu wehren!
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