Schuldenkrise Medwedew hält Kollaps des Euro für möglich

Die Schuldenkrise in Europa beunruhigt nun auch wichtige Handelspartner. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" wollte Russlands Präsident Dmitrij Medwedew sogar einen Zusammenbruch der Währungsunion nicht ausschließen.

Russischer Präsident Medwedew:
dpa

Russischer Präsident Medwedew:


Berlin - Die Äußerung entsprang keineswegs der Schadenfreude über die Schwäche der Europäer. Vielmehr treibt den russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew die Sorge um, dass auch die Wirtschaft seines Landes in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. "Russlands Wohlstand hängt zu einem großen Teil davon ab, wie sich die Dinge in Europa entwickeln. Wir sind kein EU-Mitglied, aber wir sind ein europäisches Land", sagte er dem "Wall Street Journal".

Medwedew ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er den Wiederaufstieg des Euro keineswegs für einen Selbstläufer hält. Im Gegenteil: Sogar den Kollaps der Euro-Währung will er nicht ausschließen: "Ich stelle die Bedrohung nicht größer dar, als sie ist. Sie kann aber nicht unterschätzt werden." Die Situation sei einzigartig.

Tatsächlich ist die Gefahr nicht gering zu schätzen. Trotz des Anfang Mai verabschiedeten Rettungsschirms im Umfang von 750 Milliarden Euro, den die Mitgliedsländer der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) klammen Euro-Staaten zur Verfügung gestellt haben, fordern die Finanzmärkte nach wie vor hohe Risikoaufschläge für Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt das verbreitete Misstrauen auf dem Geldmarkt. Die Banken parken das Geld derzeit lieber bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und nehmen dafür extrem geringe Zinssätze in Kauf als sich gegenseitig auszuhelfen.

Mit der Veröffentlichung von Stresstests für die Banken will die EU der Vertrauenskrise nun entgegenwirken. Auch die Bundesregierung ist nach anfänglicher Skepsis dafür. Die deutschen Banken, anfangs vehemente Kritiker einer solchen Maßnahme, sprechen sich inzwischen nicht mehr einheitlich gegen die neue Transparenz aus.

mik

insgesamt 16 Beiträge
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harrybr 18.06.2010
1. was soll man da diskutieren
Zitat von sysopDie Schuldenkrise in Europa beunruhigt zunehmend auch wichtige Handelspartner. Dazu gehört auch Dmitrij Medwedew. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" wollte der russische Präsident sogar einen Zusammenbruch der Währungsunion nicht ausschließen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701534,00.html
dieser Mann hat recht und wir das Nachsehen
systemfeind 18.06.2010
2. der Euro wird von einigen Firmen ...
Zitat von sysopDie Schuldenkrise in Europa beunruhigt zunehmend auch wichtige Handelspartner. Dazu gehört auch Dmitrij Medwedew. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" wollte der russische Präsident sogar einen Zusammenbruch der Währungsunion nicht ausschließen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701534,00.html
... nicht mehr angenommen .
Europa! 18.06.2010
3. Friede dem €!
Die deutsche Presse (und auch der SPIEGEL) sollten endlich aufhören, jeden dümmlichen oder auch gezielten Angriff gegen den € oder gegen die EU zur Schlagzeile zu machen. Dass sämtliche britischen Spekulanten den € schlechtreden wollen, ist äußerst durchsichtig. Und auch Medwedew hat natürlich ein Interesse daran, den Rubel zu stärken. An den Märkten herrscht Krieg, und man sollte sich genau überlegen, auf welcher Seite man steht.
Europa! 18.06.2010
4. Europa ist besser
Es ist wohl kein Zufall, dass Herr Medwedew solchen Käse dem WALL STREET JOURNAL erzählt. Die Herren da wollen ja so etwas hören. Eben aus USA zurückgekehrt, kann ich nur sagen: Gott schütze Europa! Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Freiheit, Toleranz und Wohlstand für alle!
mitbürger 18.06.2010
5. Wenn
hinter dem € noch gute Produkte und Dienstleistungen stehen, brauchen wir keine Angst zu haben.
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