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21. März 2011, 16:42 Uhr

Schuldenkrise

Portugal schielt auf Euro-Rettungsschirm

Wir schaffen es alleine - das war bislang stets die Botschaft aus Lissabon. Doch nun könnte Portugal den Euro-Rettungsfonds doch in Anspruch nehmen. Eine politische Krise treibt das Land dem Finanzminister zufolge "in die Arme ausländischer Hilfen".

Brüssel - Sie wären Nummer drei: Nach den Hilfen für Griechen und Iren gelten die Portugiesen als wahrscheinlichster Kandidat für den Euro-Rettungsfonds. Und der bisherige Widerstand der Regierung gegen fremde Finanzhilfen scheint zu bröckeln. Eine politische Krise wegen der harten Sparvorgaben der Europäischen Union könnte ein Rettungspaket notwendig machen, sagte Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos am Montag in Brüssel. Diese erschwere Portugals Zugang zu den internationalen Finanzmärkten zusätzlich und treibe das Land "in die Arme ausländischer Hilfen".

Das hochverschuldete Portugal wurde ähnlich wie Griechenland und Irland schwer von der Wirtschaftskrise erwischt. Nur gegen hohe Zinszahlungen kann sich das Land derzeit noch an den Kapitalmärkten refinanzieren. Die sozialistische Minderheitsregierung von Ministerpräsident José Sócrates versucht, mit harten Sparprogrammen das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. Noch vor gut einer Woche hatte sie bei einem Gipfeltreffen der Euro-Finanzminister mitgeteilt, Hilfen aus dem Rettungsfonds seien nicht notwendig.

In Bedrängnis gerät die Regierung nun aber durch weitere geplante Sparprogramme. Die konservative Opposition hatte mit hartem Widerstand gegen zusätzliche Einschnitte gedroht. Nach einer erneuten Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's deutete Finanzminister Santos bereits in der vergangenen Woche an, sein Land könne doch auf ausländische Hilfe angewiesen sein. "Die derzeitigen Marktbedingungen sind auf mittlere und lange Sicht nicht auszuhalten", sagte er.

dab/AFP

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