Schuldenkrise Rating-Riese stuft acht griechische Banken herab

Die enorme Staatsverschuldung gefährdet die griechischen Banken: Wegen der steigenden Risikien hat die Rating-Agentur Moody's nun die Kreditwürdigkeit von acht Geldhäusern abgestuft. Sechs davon stehen nun nur noch drei Stufen vor dem Zahlungsausfall.


Athen - Die Schuldenkrise sorgt für existentielle Probleme bei den griechischen Banken: Wegen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage hat die Rating-Agentur Moody's die Kreditwürdigkeit von acht griechischen Instituten um zwei Stufen gesenkt. Die Nationalbank von Griechenland, EFG Eurobank Ergasias, Alpha Bank, Piräus Bank, Landwirtschaftsbank von Griechenland und Attika-Bank wurden von B3 auf CAA2 abgewertet, wie Moody's mitteilte. Die Emporiki Bank und die General Bank wurden von B1 auf B3 herabgestuft. Der langfristige Ausblick für alle acht Banken sei negativ, hieß es weiter.

Die Entscheidung war an den Märkten erwartet worden. Als Begründung nannte Moody's die schwache Wirtschaft Griechenlands und sinkende Einlagen bei den Instituten. Die griechische Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession, die Kritikern zufolge vom Sparkurs der Regierung noch verschärft wird. Griechenland kann nur mit internationalen Hilfen eine Zahlungsunfähigkeit verhindern.

Griechenland kämpft derzeit um den Erhalt weiterer Zahlungen aus einem 110 Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Eurozone und vom Internationalen Währungsfonds (IWF). In der kommenden Woche werden Kontrolleure der sogenannten Troika aus Vertretern der Europäischen Kommission, Europäischen Zentralbank (EZB) und des IWF in Athen zurück erwartet, um über die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket zu entscheiden.

Der Kurs des Euro fiel am Freitag zeitweise unter die Marke von 1,35 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3488 Dollar gehandelt. Ein Dollar war damit rund 0,74 Euro wert.

cte/Reuters/dapd



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Gruber, 23.09.2011
1. Griechenland und die Märchen der westlichen Sanierer
besser gesagt Topabsahner und Abkassierer Zuerst darf man anführen, dass vor allem Banken, Spekulanten und mit ihnen etliche Großpleitiers und Großversager aus Industrie und Konzernen fast die ganze Welt in den Konkurs geführt hätten. Fast überall musste der böse, böse, unnötige Staat mit Unsummen diese Großpleitiers retten. Außerdem sind fast alle Länder schon mehr oder weniger gefährdet. Und in der Pleite oder am Rande einer Pleite. Wie die USA, Großbritannien, Island, Irland, Ungarn, Spanien, Portugal, Italien usw. usw. Zur "selbstlosen" Rettung Griechenlands. Also, wenn man Griechenland retten wollte, müsste man vor allem die Reichen und Absahner Griechenlands zur Kasse bitten. Denn die haben sich ja 80% des gesamten Vermögens (Geld-, Anlage-, Aktien-, Grundvermögen) unter den Nagel gerissen. Und bitte jetzt nicht sagen, dass die aber immer schön brav die Steuern bezahlt und zum Wohle Griechenlands gearbeitet hätten. Wobei man auch noch anführen muss, dass die Banken und die Exportwirtschaften aus den "Saniererländern" wider besseres Wissen in Griechenland Milliarden und Abermilliarden versenkt haben. Oder sind die wirklich so dumm und unwissend gewesen? Nun ja, es mussten ja allerdings die unsittlich hohen Gehälter und Boni aus ihren tollen Griechenlandgeschäften abgesichert werden. Wenig vorgetäuschte tolle Geschäfte mit Griechenland hätten ja auch weniger astronomische Gehälter und Boni bedeutet! Und??? Wo und inwiefern werden die Griechen, die sich 80% des Gesamtvermögens gekrallt haben, zur Sanierung Griechenlands zur Kasse gebeten? Inwiefern die Großpleitiers der Banken und Wirtschaft, die in Griechenland ihr übliches Unwesen getrieben haben, zur Schadensgutmachung herangezogen? Wie Griechenland gerettet werden soll: Die Banken, die inzwischen schon so viel vom Steuerzahler erhalten haben, dass man nicht mehr mit dem Zählen mitkommt, bekommen für Griechenland das nächste Super-Geschenk. Sie erhalten von der EU-Zentralbank Geld um ca. 1,5 Prozent und kassieren dafür bei den Griechen ca. 12 Prozent!!! Tolle, selbstlose Hilfe! So etwas ist sicher Balsam für Zahlungsunfähige. Und wenn etwas schief gehen sollte, werden ja sowieso wieder die Staatskassen bzw. Steuerzahler ausgeplündert. Außerdem darf man noch anführen, dass die selbsternannten Sanierer (z.B. Deutschland) keineswegs völlig unnötige Ausgaben Griechenland vermindern. So hat Griechenland z.B. ein völlig überzogenes Verteidigungsbudget (mit einem europäischen Rekordwert) und "darf" u.a trotzdem sündteure deutsche Rüstungsgüter (z.B. U-Boote) und auch Waffen anderer Länder bis zum Abwinken kaufen. Genau diese unglaublichen, sündteuren Rüstungsausgaben braucht Griechenland jetzt zur Sanierung. Nicht wahr? Wer braucht schon Geld für Bildung, Pensionen, Gesundheit?
fuchsrech 23.09.2011
2. Griechenlandpleite Rettungsschirm
Zur Zeit bin ich aus beruflichen Gruenden in Indien. Hier in Indien versteht man die ganze Debatte ueberhaupt nicht: "Deutschland waere doch der Hauptglaeubiger eines grossen europaeischen Rettungsschirms und Fr Merkel sitzt angeblich in der Zwickmuehle. Dabei braucht sie doch nur den demokratischen Spielregeln, dem Fremdwort mit "W", dem Waehlerwillen zu folgen und damit waere klar, was sie zu tun und zu lassen hat! Ist Deutschland denn keine richtige Demokratie, so fragen meine indischen Kollegen? Hat nicht Frau Merkel gesagt und also zur Kenntnis genommen, dass 'ca 70-80% der Deutschen gegen weitere Unterstuetzung fuer Griechenland sind!' Damit waeren Ihr doch fuer weitere Zahlungen die Haende gebunden! Die Griechen beleidigen Euch doch nur und behaupten Ihr Deutsche seid an Ihrem Staatsbankrott schuld. Wenn Ihr gezahlt habt, lachen sie Euch aus!" Ich pflege dann zu erlaeutern, dass in Deutschland historisch leider keine richtige "Protestkultur" besteht, wie zB in Frankreich, Schweiz, oder England. Entweder nur an Stammtisch meckern, oder ein Weltkrieg. Dazwischen gibt es zu wenig abgestufte Proteste. Dabei erinnere ich immer auch an Helmuth Kohl, der zum Einstieg in den Euro gesagt hat, dass er keine Volksbefragung dazu machen wird, weil "ca 80% der Buerger draussen im Land gegen eine Einfuehrung des Euro sind!". Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: in einer sogenannten Demokratie setzt sich der Kanzler bewusst ueber den Waehlerwillen hinweg, gibt das auch noch zu und, was dabei am deplorabelsten ist, niemand geht auf die Strasse. Was ist mit uns Deutschen los? In Frankreich zB haette es nach so einer Aeusserung fuerchterlich gekracht. PS: Vielleicht wandere ich doch noch aus, nicht nur wegen dem guten Edelzwicker .. fuchsrech
thomas_gr 24.09.2011
3. Interessant
"Als Begründung nannte Moody's die schwache Wirtschaft Griechenlands und sinkende Einlagen bei den Instituten." Sehr interessant. Alle genannten Institute sind im großen Maße in den boomenden Osteuropäischen Ländern und der Türkei beschäftigt. Einige der genannten Banken haben sogar schon länger größere Ergebnisse im Ausland erwirtschaftet als in der Heimat, aber trotzdem wird die schwache griechische Wirtschaft als Grund angeführt. Sehr interessant! Zu der Einlagenquote. Die liegt wie bei anderen europäischen Banken zwischen 6 - 12%. Persönlich finde ich, dass das schon immer ein Grund für ein Downrating ist, aber wenn das Teil der Begründung ist, dann sollte man sich mal die Quote der Deutschen Bank anschauen.
jolip 24.09.2011
4. Alles Lüge
Hatten wir nicht vor Kurzem einen sogenannten Banken Streßtest, indem festgestellt wurde, dass sich die europäischen Banken bis auf eine kleine Minderheit von 6 Banken keine Sorgen machen müßten? MFG jolip
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