Schuldenkrise Regierung rechnet mit deutlich schwächerer Konjunktur

Die Wirtschaft wird im kommenden Jahr weit schwächer wachsen als bislang erwartet - davon geht die Bundesregierung aus. Laut Insidern will sie ihre Konjunkturprognose von fast zwei auf unter ein Prozent senken.

Produktion bei Infineon: Nur noch Mini-Wachstum im kommenden Jahr

Produktion bei Infineon: Nur noch Mini-Wachstum im kommenden Jahr


Berlin - Finanzexperten und Wirtschaftsforscher rechnen nur noch mit einem Mini-Wachstum für das Jahr 2012 - nun zieht offenbar auch die Bundesregierung nach: Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters steht die Regierung vor einer kräftigen Senkung ihrer Konjunkturprognose für das kommende Jahr. Demnach erwartet sie statt wie bisher 1,8 Prozent nur noch ein Wachstum von weniger als einem Prozent. Offiziell wird die Schätzung am Donnerstag vorgestellt.

"Wir liegen im Wesentlichen auf der Linie der Institute", sagte ein mit den Zahlen vertrauter Regierungsvertreter. Die führenden Wirtschaftsforscher hatten ihre Prognose in der vergangenen Woche drastisch von 2,0 auf 0,8 Prozent gesenkt. Auch Börsenexperten schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft inzwischen so pessimistisch ein wie seit Beginn der weltweiten Finanzkrise vor drei Jahren nicht mehr.

Die neue Prognose hat auch Auswirkungen auf das erwartete Staatsdefizit, da sie als Basis für die Steuerschätzung im November dient. Für das laufende Jahr wird die Regierung die Aussichten allerdings voraussichtlich etwas anheben. Sie erwartet bisher 2,6 Prozent, die Institute rechnen hingegen mit 2,9 Prozent Wachstum.

Trotz der drastisch nach unten korrigierten Erwartungen für das kommende Jahr sieht die Bundesregierung keinen Anlass für Schwarzmalerei. "Der deutsche Aufschwung ist nach wie vor intakt", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Bernhard Heitzer. Allerdings spüre die exportabhängige Industrie wegen der weltweiten Konjunkturflaute Gegenwind.

fdi/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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stadtwolf 18.10.2011
1. Dafür wurde die Inflations-Erwartung nach oben revidiert.
Wenn die Inflationsrate der Konjunktur entschwindet, bedeutet das nichts Gutes. Das nennt man Stagflation. Das ist das Schlimmste, was einer Volkswirtschaft passieren kann. Da kommen harte Jahre auf uns zu.
dunnhaupt 18.10.2011
2. In Deutschland genau wie in China
Zitat von stadtwolfWenn die Inflationsrate der Konjunktur entschwindet, bedeutet das nichts Gutes. Das nennt man Stagflation. Das ist das Schlimmste, was einer Volkswirtschaft passieren kann. Da kommen harte Jahre auf uns zu.
So geht es den Exportweltmeistern: Konjunktur fällt, Inflation steigt. Solche Volkswirtschaften, die mehr exportieren als sie selbst konsumieren, sind bei jeder Weltkrise natürlicherweise am meisten betroffen. Exportkunden schwinden und im Inland haben sie nicht genug Konsum. Luxusproduzenten wie Daimler und BMW sind das typische Beispiel einer Industrie, die im Inland weniger verkauft als im Ausland. Ein chinesischer Solarproduzent gestand neulich in einem Fernsehinterview, dass er im Heimatland China überhaupt noch nie etwas verkauft habe: "Unsere Leute können sich doch sowas nicht leisten."
Gebr.Engels 18.10.2011
3. jajajaja -kennt man
Immoment gehen die Nachrichten ja drunter und drüber, erst Vorgestern hab ich im Fernsehen gesehen das die Konjunkturaussichten für nächstes Jahr glänzend sein sollen, allerdings wenn die finanzkrise reinhaut -dann nicht. -Wischiwaschi-Meldungen und Angstmache, ein probates Mittel um Löhne zu drücken !
naklar? 18.10.2011
4. Zum größtenteil ....
XXL-Aufschwung war eh zum größtenteil eine Blase. Wir geben Mega-Kredite an andere Länder, damit die unsere Waren kaufen können. Der Deutsche Binnenmarkt liegt am Boden. Diese Länder haben wiederum eine marode Wirtschaft und können deshalb nicht unsere Kredite ordnungsgemäß bedienen. Diese Länder müssen jetzt mit zusätzlichen Geldern gerettet werden. Der Steuerzahler hat es ja. Wann bekommt dies eigentlich der letzte Deutsche hier mit. Exportweltmeister --- Schwachsinnstitel Billiglohn-Weltmeister (nach Asien) wahrscheinlich wäre der bessere Titel. Es wird ständig frisches Geld in Europa und in den USA gedruckt und in den Umlauf gebracht. Sogenannte ungedeckte Schecks.
worldwatch, 19.10.2011
5. "Regierung rechnet mit ...
... deutlich schwächerer Konjunktur" Der Satz ist lustig. Wenn doch eine Regierung, wirklich alles, daran setzt, dem eigenen Land, der eigenen Wirtschaft, den eigenen Buergern, intensiv und nachhaltigst zu schaden, dann "rechnet" diese Regierung nicht mit der Abschwaechung von "Konjuktur", sie garantiert sodann mit ihrem vollem Einsatz dafuer, dass eine "Konjuntur" nicht stattfinden darf! Das ist doch etwas erheblich anderes. Gut, den Vorwurf akzeptiere ich, wenn nun einer sagte, "die haben ja gar keine Ahnung von Oekonomie, oder von dem, was sie dazu tun, dulden oder unterlassen". Aber, so ignorant zu sein, und nicht akzeptieren zu wollen, dass irrsinnige Schuldenberge daheim, und anderswo erst recht, nicht mit abermaligen, dann unsaeglichen Schuldenbergen beseitigt werden koennen, fuehrt zu dem logischen Schluss des vorsaetzlichen Handels zur Herbeifuehrung eines Staatsbankrotts. Frage nur, was ist das Tatmotiv?
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