Schuldenkrise Rettungsfonds-Chef wirbt um chinesische Investoren

Am Abend wollen die Regierungschefs der Euro-Zone ein Rezept gegen die Schuldenkrise beschließen. Dazu könnte gehören, Investoren wie China zu beteiligen. Rettungsfonds-Chef Regling reist eigens dafür nach Peking - die Volksrepublik soll für ein Engagement gewonnen werden.
EFSF-Chef Regling: Werbetour in China

EFSF-Chef Regling: Werbetour in China

Foto: HUGO CORREIA/ REUTERS

Peking - Europa wirbt in der Schuldenkrise um die Unterstützung Chinas. Der Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, werde am Freitag zu einem Besuch nach Peking reisen, hieß es in Brüssel.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone beraten am Mittwochabend in Brüssel über eine Hebellösung zur Aufstockung des EFSF. Dabei gilt als eine Möglichkeit, über eine Zweckgesellschaft auch Investoren außerhalb der Euro-Zone anzuziehen. Diese Zweckgesellschaft könnte Staatsanleihen der Krisenländer kaufen und so Länder wie Spanien und Italien am Kapitalmarkt entlasten.

Einem Euro-Zonen-Vertreter zufolge hat der IWF bereits angedeutet, eine Beteiligung zu erwägen. Russland und Indien haben dagegen verlauten lassen, sie seien nicht interessiert. Von China gebe es noch kein Signal.

Das chinesische Außenministerium hatte lediglich die Hoffnung geäußert, die Europäische Unionwerde effektive Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen an den Finanzmärkten wiederherzustellen. Ähnlich äußerte sich der japanische Finanzminister Jun Azumi.

An den Märkten wird mit großer Anspannung auf das Treffen der europäischen Regierungschefs am Mittwochabend gewartet. Der Leitindex Dax   legte am Vormittag leicht zu und dotierte bei 6050 Punkten. Einem Händler zufolge warten die Anleger auf den Masterplan für Europa. Demnach dürfte sich die Mehrzahl der Anleger bis zum Abend zurückhalten.

Zuvor stimmt der Bundestag am Nachmittag über die Pläne ab. Die deutsche Exportwirtschaft hat die Abgeordneten zu einem starken Signal für den Euro aufgerufen - und vor großen Risiken wegen der Probleme Italiens gewarnt. "Ich fordere die Abgeordneten des Bundestages auf, ihre Pflicht zu tun, um Schaden von Deutschland abzuwenden", sagte der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner.

Mit der überfälligen Aufrüstung des Euro-Rettungsschirms EFSF sei die Schuldenkrise jedoch nicht gebannt. "Wenn Italien infiziert ist oder sehr schnell infiziert wird, dann eskaliert die Krise in dramatischen Dimensionen", meinte der Unternehmer. Dann könnte auch Frankreich ins Gerede kommen und seine Top-Bewertung bei den Ratingagenturen verlieren. Alleine aber werde Deutschland die Stabilisierung der Euro-Zone unmöglich stemmen können.

cte/Reuters/dpa
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