Schuldenkrise Spanien-Sorgen drücken den Euro

Die Welt blickt bang nach Amerika - doch auch in Europa steigt die Nervosität wegen der Schuldenkrise: Die Rating-Agentur Moody's droht Spanien mit der Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Der Euro verliert an Wert.

Jobsuchende stehen in Madrid vor dem Arbeitsamt Schlange: Sorge um Spanien
REUTERS

Jobsuchende stehen in Madrid vor dem Arbeitsamt Schlange: Sorge um Spanien


Frankfurt am Main - Wegen der US-Schuldenkrise sollte der Euro-Kurs eigentlich steigen. Derzeit ist das Gegenteil der Fall: Er sinkt im Vergleich zur US-Währung. Am Freitagmorgen rutschte die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise unter die Marke von 1,43 Dollar.

Grund sind neue Sorgen um die Euro-Zone. Die Rating-Agentur Moody's hatte am Morgen damit gedroht, ihre Kreditbewertung für Spanien möglicherweise herabzustufen. Aktuell steht die Bewertung bei "Aa2", der drittbesten Note. Moody's sieht jedoch "wachsende Risiken" für die Besitzer spanischer Staatsanleihen.

Grund der Prüfung sei die zunehmende Anfälligkeit der Staatsfinanzen. Zudem dürfte der Finanzierungsdruck auf die Südeuropäer nach dem neuen Rettungspaket für Griechenland wachsen.

Spanien erlebte einen legendären Bauboom - doch die Immobilienblase platzte, die Wirtschaft stürzte ab. Das Land kämpft mit einer Rekordarbeitslosigkeit. Wie die spanische Statistikbehörde INE am Freitag berichtete, lag die Quote im zweiten Quartal bei 20,89 Prozent. Besonders junge Menschen sind oft erwerbslos. Die Regierung muss eisern sparen. Zuletzt sind die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen wieder deutlich gestiegen.

In der griechischen Schuldenkrise gibt es dagegen neue Lösungsansätze. China wird in der Krise möglicherweise einspringen. Ein Vertreter des griechischen Finanzministerium sprach am Freitag von Anzeichen, dass China am Kauf neuer griechischer Staatsanleihen interessiert sei.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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ralfbb 29.07.2011
1. uff
Zitat von sysopDie Welt blickt bang nach Amerika - doch auch in Europa steigt die Nervosität wegen der Schuldenkrise: Die Rating-Agentur Moody's droht Spanien mit der Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Der Euro verliert an Wert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,777259,00.html
vielleicht kann spiegel online mal einen artikel zum thema "anleger" schreiben. wer sind diese menschen? mir kommen sie manchmal vor wie zombies die den ratingagenturen blind ins glueck (oder verderben, siehe sub prime krise) folgen. alles was ich weiss ist, dass bestimmte US pension fonds nur produkte mit einem bestimmten rating kaufen duerfen. aber wer sind die anderen und was sind die hintergruende?
jonny_48, 29.07.2011
2. Darauf habe ich schon gewartet
Das ist ein erkennbarer Schachzug. Werden sich Republikaner und Demokraten in den USA bis zum 2.8. nicht über eine Lösung des "Finanzproblems" einig, wird sich der Dollar zum Euro ab Dienstag stark verbilligen. Alle, die Zahlungen in Dollar leisten müssen, sitzen schon in den Startlöchern, um kräftig zu verdienen. Somit müssen aus USA Sicht "rechtzeitg" Meldungen her, die ihrerseits den Euro drücken. Da wird noch mehr kommen.
anderton 29.07.2011
3. Euro
Zu allem genannten sind die Zinsen für die Staatsanleihen bereits wieder auf dem Niveau vom 22.07 als die ganze europäische Welt in Panik wegen Italien und Spanien verfiel. So hat also das Rettungspaket eine ganze Woche gehalten. Nicht schlecht, war aber fast schon vorherzusehen, da Spanien und Italien durch die ganzen Bürgschaften im EFSF nur noch mehr Probleme bekommt. Zudem konnte ich heute bei Reuters lesen, dass Italien sich ernsthaft überlegt, ob es sich überhaupt an dem Rettungspaket noch beteiligen kann.
Michael Giertz, 29.07.2011
4. Kettenreaktion
Zitat von andertonZu allem genannten sind die Zinsen für die Staatsanleihen bereits wieder auf dem Niveau vom 22.07 als die ganze europäische Welt in Panik wegen Italien und Spanien verfiel. So hat also das Rettungspaket eine ganze Woche gehalten. Nicht schlecht, war aber fast schon vorherzusehen, da Spanien und Italien durch die ganzen Bürgschaften im EFSF nur noch mehr Probleme bekommt. Zudem konnte ich heute bei Reuters lesen, dass Italien sich ernsthaft überlegt, ob es sich überhaupt an dem Rettungspaket noch beteiligen kann.
Und da wundern sich noch die Leute, dass ein wirtschaftliches Miniland wie Griechenland die "grosse EU" zu Fall bringen kann? Hätte man keinen Euro Bürgschaften, Kredite & co mehr den Griechen gegeben (gutes Geld schlechtem nachgeworfen), hätte man lieber von Anfang an den Schuldenschnitt gewagt, wäre womöglich die Sache kurzfristig ausgestanden gewesen. So aber hängen wir alle drin: damit Griechenland Schuldzinsen bezahlen kann, haben sich die restlichen EU-Länder neu verschulden müssen, um die Kredite an Griechenland zahlen zu können. Die schwächeren EU-Länder haben ihrerseits mit Schulden zu kämpfen, könnten insolvent werden, brauchen nun selbst Hilfe. Die "Schuldzinskettenreaktion" läuft in vollem Gange. Mit einen Schuldenschnitt hätte man das vermeiden können. Aber Banken sind halt systemrelevant, Staaten sind es nicht.
heldenmut 29.07.2011
5. Südländerpleiten
Zu DM-Zeiten plagten uns diese Sorgen nicht. Da haben Länder wie Griechenland, Spanien, Italien abgewertet und damit hatte es sich. Es blieb deren Problem Importe zu verteuern und den Export durch Verbilligung der eigenen Währung zu forcieren. 1000 ital. Lira = 1,-- DM, das spricht Bände! Jetzt muß der deutsche Steuerzahler für den Größenwahn unserer Politiker, alle Staaten unter einen Währungshut zu pressen, einstehen. Zahlreiche Volkwirte hatten damals vor der jetzt eingetretenen Krise gewarnt. Aber Politiker setzten sich gegen die Wissenschaft durch. Da wurde, wie in diesen Kreisen üblich, mit dem Bauch statt mit dem Hirn entschieden.
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